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Trockenheit 2018

Alles zu (Un)wetter und Klima relevant für die Schweiz
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Dr. Funnel
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Re: Trockenheit im Sommer 2018

Beitrag von Dr. Funnel » Sa 27. Okt 2018, 09:57

Der Lac de Brenets ist leer! :shock: :shock: :shock: Die Fotos wurden gestern Freitag Nachmittag gemacht. Zum Glück regnet es endlich wieder einmal richtig seit langer Zeit, sonst würde sich die Schweiz langsam in eine Wüste verwandeln.


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Ein Gewitter kommt selten allein!

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knight
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Re: Trockenheit im Sommer 2018

Beitrag von knight » Sa 27. Okt 2018, 15:58

Der Lac de Brenets war immer wieder im téléjournal ein Thema ab dem Monat September. Am 2.10.2018 war ich selber vor Ort:

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Der Weg Richtung Saut du Doubs lohnte sich:

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So sieht der Saut du Doubs mit Wasser aus:

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(c) https://de.wikipedia.org/wiki/Saut_du_Doubs#/

So sah er Anfangs Oktober aus:
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Bis gli
Dominic
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Re: Trockenheit im Sommer 2018

Beitrag von Tobi (Rheintal, VBG) » So 28. Okt 2018, 16:38

http://www.vorarlberg.at/pdf/bericht_tr ... it2018.pdf
Bericht vom Land Vorarlberg über die Trockensituation vom 01.04 bis zum 20.08.

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Joachim
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Re: Trockenheit im Sommer 2018

Beitrag von Joachim » So 28. Okt 2018, 18:07

Hoi zäme

trotz der Rekordtrockenheit in der Ostschweiz (Winter und März werden ignoriert)...ist der Bodenseepegel am 28.10. 2018 nicht auf Rekordtief:

[img]blob:null/c272b237-9c08-4664-bf22-7b3fb9c2dd2b[/img]
http://vowis.cnv.at/StationsInfo/_Boden ... linie.html

Vorsicht: Grafik meint zwar 28.10., letzte Werte aber offenbar vom 24.10.
http://www.vorarlberg.at/seewasserstand ... mittel.pdf

Werte dürften jetzt am Wochenbeginn, wenn der grosse Schnee in GR wieder schmilzt stark ansteigen... Alpenrhein trägt mit 56% vom Zufluss zum Bodensee!

Kommt sogar Wasser aus Italien in den Bodensee ;-)
http://www.bodensee-hochwasser.info/einzugsgebiet.html

Grüsslis

Joachim
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Re: Trockenheit im Sommer 2018

Beitrag von Linth » Do 8. Nov 2018, 01:31

Wenn es so weitergeht, dann werden wir hier in der Linthebene gemessen am Niederschlag ein absolutes Rekordjahr verzeichnen. So wenig Nass wie heuer fiel bisher noch nie vom Himmel. Und die Prognosen sehen das gleiche Bild weiter zu führen. Schon April-August war hier mit knapp 45% vom Soll krass, nun haben wir Föhnstürme wie es eigentlich sein soll im Herbst, sind wir uns gewohnt, locker, da fallen keine Bäume (Supersturm Lothar war hier ein Witz, Vivienne war krass 1990).
Aber eben, kein Niederschlag. Bleibt es so, kommen einige Stationen trotz nassem Januar nicht mal auf 700mm (Norm wäre 1'300-1'800, wir sprechen hier von Dörfern und besiedeltem Gebiet und nicht von Gipfeln oder so mit locker über 2500mm).
Wollte nur mal kurz aufzeigen, wie kleinräumig die Schweiz ist was das Wetter anbelangt. In Reichenburg fahre ich oftmals bei starkem Föhn (jeweils viel heftiger als "Bise" oder Weststurm" los und nach 3 km in^m Nachbardorf Buttikon herrscht windstille und 10 Grad weniger. Super interessant diese klein-räumliche Verteilungen in der Schweiz. So spannend. :shock:
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Re: Trockenheit im Sommer 2018

Beitrag von Gernot » Do 8. Nov 2018, 06:53

Vielleicht müssen wir den Thread mal umbenennen in TRockenheit im Jahr 2018 ;-)

Ein Nachtrag zu Joachims Eintrag: Entgegen der Prognose ist der Bodensee trotz der starken Regenfälle in den Alpen Ende Oktober kaum angestiegen (nur wenige cm). Der Pegel des Bodensees ist auch zu grossen Teilen vom Regime der Kraftwerkbetreiber abhängig und die haben erstmal Speichervoll gemacht, was wohl dazu geführt hat, dass der Anstieg nur wenige cm betrug. Erfahrungsgemäss wird der Tiefstand auch erst im Februar erreicht, wir dürfen also noch ein weiteres Absacken vermuten, wenn nicht massive Regenfälle auffüllen.
Die Pegel für den Untersee sind übrigens auf einem Allzeittief (interessanterweise nachdem sie im März auf einem Allzeithoch waren.) Allerdings reicht die Datenreihe hier nur bis 1980 zurück, und nicht wie am Obersee bis 1850 wo wir zwar auf einem Tiefstand, aber noch nicht im "Rekordbereich" sind.

Auswirkungen hat der niedrige Pegel immer noch auf die Schifffahrt - da geht wenig Wasser den Rhein runter, ein interessanter Artikel erschien jüngst in der NYY

https://www.nytimes.com/2018/11/04/worl ... LMkjJvsDcw
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Re: Trockenheit 2018

Beitrag von Willi » Do 8. Nov 2018, 08:32

Vielleicht müssen wir den Thread mal umbenennen in TRockenheit im Jahr 2018 ;-)
Done
Gruss Willi
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helios
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Re: Trockenheit im Sommer 2018

Beitrag von helios » Do 8. Nov 2018, 10:15

Gernot hat geschrieben: Die Pegel für den Untersee sind übrigens auf einem Allzeittief (interessanterweise nachdem sie im März auf einem Allzeithoch waren.) Allerdings reicht die Datenreihe hier nur bis 1980 zurück, und nicht wie am Obersee bis 1850 wo wir zwar auf einem Tiefstand, aber noch nicht im "Rekordbereich" sind.
Hier reichen die Daten für den Untersee etwas weiter zurück, derzeit einen knappen halben Meter über dem Allzeittief. Vom Allzeithoch scheint er aber ein gutes Stück entfernt gewesen zu sein.
https://www.hydrodaten.admin.ch/lhg/az/ ... UnterS.jpg (Verfällt)

Gernot
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Re: Trockenheit 2018

Beitrag von Gernot » Do 8. Nov 2018, 17:29

Danke für den BAFU Link - ich hatte nur den Pegel Radolfzell auf dem Schirm (ab 1980).
Mit Allzeithoch habe ich mich wohl etwas falsch ausgedrückt, ich meinte nicht den höchsten je gemessenen Pegel über die Jahre, sondern, den für den entsprechenden Kalendertag ermittelten Maximalwert, und der war Ende Januar, wie man an der geposteten Grafik sieht am höchsten.
Zuletzt geändert von Gernot am Do 8. Nov 2018, 17:30, insgesamt 1-mal geändert.

flowi
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Re: Trockenheit 2018

Beitrag von flowi » Do 8. Nov 2018, 22:40

zur Veranschaulichung von Gernots Beitrag:
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https://hvz.lubw.baden-wuerttemberg.de/

Der Bericht aus der NYT fällt ja überraschen umfangreich aus.
Dass sich "die Amis" für so was interessieren?
Na ja, etwas Ablenkung vom Tagesgeschäft ;-) tut denen sicher gut.

Was die Trockenheit anbelangt:
In unserer Ecke sind die verdorrten Wiesen bis auf ein paar definitiv verbrannte Flecken wieder grün geworden.
Zur Futtergewinnung hat das bisschen allerdings nicht gereicht.
Und auch die Weiden sind nun wieder endgültig erschöpft, so dass bereits zur Winterfütterung übergegangen werden musste.

Die gravierendsten Folgen zeichnen sich indes für die Wälder an.
Ganze Bestände haben sich hier aufgelöst (Zitat unseres Försters, der so etwas in seinen letzten 35 Berufsjahren noch nie erlebt hat).
Das Ausmaß ist erschreckend.
Der Ausfall bei den Laubbäumen wird sich erst im nächsten Frühjahr zeigen.
Bei den Nadelbäumen hat der Borkenkäfer bereits ganze Arbeit geleistet. Hier wird entscheidend sein, wie sich die Witterung im nächsten Frühjahr bzw. Frühsommer entwickeln wird. Wenn es in dem Tempo weitergeht, dann gute Nacht ...
Folgendes Video stammt wohl aus dem Kreis Reutlingen. Bei uns sieht es teilweise aber so ähnlich aus: https://youtu.be/-X66qcEM0JE

Grüße,
Flowi
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Mathias Uster (Fr 9. Nov 2018, 07:06)

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