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Mittelfrist / Langfrist Winter 2018/19

Alles zu (Un)wetter und Klima relevant für die Schweiz
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Uwe/Eschlikon
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Re: Mittelfrist / Langfrist Winter 2018/19

Beitrag von Uwe/Eschlikon » Fr 22. Feb 2019, 08:54

Der Winter war bei mir insgesamt feucht genug, von daher sind die schönen Tage sehr willkommen.
Allerdings war der Winter auch aussergewöhnlich warm, nicht was den Durchschnitt angeht, aber was die Tiefstwerte anbelangt: kein einziges Mal gab es bei mir unter -10 Grad C und nur wenige Male zw. -5 und -10 Grad als Tiefstwert.

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Federwolke
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Re: Mittelfrist / Langfrist Winter 2018/19

Beitrag von Federwolke » Fr 22. Feb 2019, 11:43

Willi hat geschrieben:
Fr 22. Feb 2019, 08:34
Von mir aus können sich diese Hochs zum Teufel scheren und müssen nie mehr wiederkehren.
Ach Willi! Einfach geniessen, so lange es geht ;) Das Hoch verzieht sich auch nicht schneller, wenn man sich darüber ärgert. Ich jedenfalls hoffe, dass sich der Winter nicht dann noch meldet, wenn ihn keiner mehr haben will. Und auf einen verschifften Frühling wie 2016 oder Sommer wie 2014 kann ich auch verzichten. Ein Frühling wie 2014 und ein Sommer wie 2016 wär mir hingegen sehr willkommen. Aber allen recht machen kann es das Wetter sowieso nicht.

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Re: Mittelfrist / Langfrist Winter 2018/19

Beitrag von Federwolke » Mi 27. Feb 2019, 21:21

Federwolke hat geschrieben:
Fr 22. Feb 2019, 11:43
Einfach geniessen, so lange es geht...
Was ich hiermit ausgiebigst getan hätte. Bilder von heute Nachmittag/Abend am Neuenburgersee:

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Von mir aus kann dieser Februar gerne im nächsten Jahr wieder vorbeischauen :unschuldig:
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Re: Mittelfrist / Langfrist Winter 2018/19

Beitrag von Federwolke » Mo 4. Mär 2019, 10:48

Bezüglich der Prognose eine grauenhafte Bilanz des Februars: https://www.fotometeo.ch/hochdruck-ohne ... ruar-2019/

Die Wärme vom nördlichen Mitteleuropa bis nach Nordwestrussland zeigt was passiert, wenn es zuvor den ganzen Winter zu mild ist, um im Flachland eine beständige Schneedecke auszubilden. Dann braucht es für extrem milde Winter keine West- und Südwestlagen mehr. Echte Winter finden dann nur noch im Gebirge statt, so gesehen würde ich den vergangenen Winter als typisches Beispiel dessen sehen, was uns in Zukunft vermehrt erwartet. Man nennt das sich selbst verstärkende Effekte oder positive Rückkoppelung. Mehr dazu dann in einem späteren Beitrag zur Gesamtbilanz des Winters.

Ergänzend sei für die Schweiz noch angemerkt, dass es absolut gesehen zwar in den Alpen am sonnigsten war, die Abweichung aber mit mehr als der doppelten Menge Sonnenscheinstunden als im langjährigen Mittel in den sonst nebelanfälligen Gebieten erzielt wurde (Dreiseenland, zentrales Mittelland bis Nordschweiz und Bodenseeregion). Wenn im Flachland kein Schnee liegt, der geschmolzen werden muss und der bodennahen Luftschicht Energie entzieht, kann sich auch kein Nebel bilden bzw. nur so dünn, dass er bereits am Morgen aufgelöst wird.

In der Temperaturabweichungskarte von MeteoSchweiz ist auch schön der Effekt der typischen Kaltluftseen zu erkennen. Im Neuenburger Jura (La Brévine) war der Februar sogar knapp unterkühlt, aber auch das Delsberger Becken, das Emmental, Ebnat-Kappel, Andermatt und das Oberengadin fallen auf: https://www.meteoschweiz.admin.ch/produ ... 019_02.pdf
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Re: Mittelfrist / Langfrist Winter 2018/19

Beitrag von Christian Schlieren » Mo 4. Mär 2019, 19:59

Hoi Fabienne

Ich will deinen Post nicht infrage stellen nur ein paar subjektive eindrücke von mir. Ich werde nicht so recht schlau daraus warum wenig Schnee im Mittelland für die lange Hochnebelfreie Phase verantwortlich sein kann.
Bei mir in Schlieren bisher schneetechnisch gar kein schlechter Winter und allgemein lag zum einsetzen der Hochdrucklage bis ziemlich weit runter ganz ordentlich Schnee.
In anderen Winter wo vor allem in leicht erhöhten lagen deutlich weniger Schnee lag hatten wir bei ähnlicher Wetterlage wochenlang Hochnebel.
Dezember und Januar waren ja auch sehr nass wodurch ja eigentlich viel bodennahe Feuchte vorhanden war.
Ich glaube da waren noch andere Faktoren für die lange hochnebelfreie Phase im Mittelland verantwortlich, welche weiss ich aber nicht :lol:
Vielleicht war die Luftmasse bei uns einfach außergewöhnlich trocken?
Ich habe diesen Winter sehr angenehm gefunden, mit einigen vor allem in den Bergen sehr guten Schneelagen aber auch im Mittelland konnte sich mehrfach eine Geschlossene Schneedecke bilden und im Februar perfektes Wintersport Wetter ohne lästigen Hochnebel im Mittelland.
Wen dafür auch die Klimaerwärmung verantwortlich gemacht wird kann ich nur sagen...… hoch lebe die Klima Erwärmung :lol: :mrgreen: :unschuldig:

Grüsse christian
Christian Schlieren bei Zürich 393 M.ü.M

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Re: Mittelfrist / Langfrist Winter 2018/19

Beitrag von Federwolke » Di 5. Mär 2019, 13:46

Hoi Christian

Nicht, damit wir aneinander vorbeireden: Ich schrieb nichts von Hochnebel, sondern vom Nebel im Februar. Hochnebel ist im Spätwinter vor allem bei Bisenlagen ein Problem. Bei stabilen, windschwachen Hochdrucklagen bildet sich hingegen Bodennebel. Darum geht es mir.

Die Hochdrucklage begann am 12. Februar. Am 9. und 10. Februar hat eine stürmische und sehr milde Westwindlage die Schneereste in den tiefen Lagen weggespült. Auf der Rückseite des Tiefs am 11. fiel dann zwar noch ordentlich Schnee am Alpennordhang, im Mittelland hat es aber nur noch für ein Schäumchen gereicht, das bereits am 12. wieder weg war (Böden zu warm, mal abgesehen von einigen sehr schattigen Stellen). Da ich mich auf Bodennebel bezog, muss auch die Schneebedeckung in den tiefsten Lagen angeschaut werden - und da war nun mal ab dem 12. Februar abgesehen von den erwähnten Schattenlagen nichts.

Bodenfeuchte allein ist im Februar als Nebellieferant zu vernachlässigen, da die Sonneneinstrahlung, die Erwärmung der Böden und somit die Verdunstung noch nicht allzu hoch ist. Wer Mitte Februar eine Woche nach den letzten Niederschlägen mit dem Velo auf matschigen Feldwegen unterwegs war, kann ein Lied davon singen ;) Eine geschlossene Schneedecke bewirkt da ganz andere physikalische Bedingungen. Einerseits durch die Albedo (Boden kann sich nicht erwärmen), andererseits durch den Energieverbrauch für die Schneeschmelze, was der untersten Luftschicht bei Windstille auch tagsüber Wärme entzieht. Ist es bei solchen Bedingungen mal angefeuchtet, geht der Nebel nur schwer weg, bzw. bleibt auch am Nachmittag oft starker Dunst zurück.

Und natürlich braucht es auch weitere Zutaten für einen nebelfreien Februar mehr als nur mangelnden Schnee, in erster Linie trockene Luft. Wird diese nicht von irgendwoher herangeführt, kommt sie durch Absinken im Hoch zustande. Nur setzt sich eben das Absinken und Abtrocknen wegen der Inversion in der Regel nicht bis zum Boden durch.
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Re: Mittelfrist / Langfrist Winter 2018/19

Beitrag von Christian Schlieren » Di 5. Mär 2019, 19:42

Hoi Fabienne

Danke für deine ausführliche Erklärung das leuchtet schon mehr ein ;)
Was mir hier in Schlieren in den letzten Jahren aufgefallen ist, ist das wir viel weniger Bodennebel haben als früher. Ist eigentlich schade den ich mag die Stimmung im dichten Bodennebel.
Beim Hochnebel kann ich leider abgesehen von diesem Februar keine Abnahme feststellen :down: ist für mich Hochnebel doch das mit abstand hässlichste Wetter ;)

Grüsse Christian
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Re: Mittelfrist / Langfrist Winter 2018/19

Beitrag von Federwolke » Di 19. Mär 2019, 17:01

Morgen ist der Winter also auch für jene vorbei, die auf den astronomischen Kalender gucken. Höchste Zeit für eine Analyse des zurückliegenden Gesamtwinters, der mal wieder einige Aufschlüsse gibt:
https://www.fotometeo.ch/2018-19-bilanz ... einer-war/
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Re: Mittelfrist / Langfrist Winter 2018/19

Beitrag von Furion » Di 19. Mär 2019, 22:16

Danke Federwolke, wirklich immer wieder super zu lesen und auch wirklich fundiert mit grosser Ahnung von dem was du schreibst.
Eben nach wie vor bin ich dafür, dass du Buchelis Platz einnimmst bei unserem Staatsfernseher, ich würde jeden Tag Meteo schauen. :mrgreen:

Gruss Furion

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