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Mittelfrist / Langfrist Frühling 2019

Alles zu (Un)wetter und Klima relevant für die Schweiz
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Silas
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Re: Mittelfrist / Langfrist Frühling 2019

Beitrag von Silas » So 5. Mai 2019, 11:15

Hallo zämä
Nun gut, muss erst mal so kommen. Aber GFS sieht ähnlich aus mit anschliessender Ostverlagerung des Hochs und Südlage. Sollte es wirklich so schnell gehen, wird's dann doch wieder nix mit dem unterkühlten Monat. Auf den müssen wir wohl warten, bis die Klimanormperiode 1991-2020 offiziell wird.
...nur schade, wird der nächste Sprung nach oben kaum lange auf sich warten lassen. Man beachte dazu nur schon einmal Geopotential oder Temperaturkarten der Nordhalbkugel im November, Dezember und vergleiche die Karten der letzten Jahre mit den 1970er und 1980er Jahren.

Man freut sich jedoch über kleine Dinge:

Emmentaler Berühmtheit:
In Oberthal im Emmental auf 850 m ü.M. wurde am 4. April mit einer Maximaltemperatur von -0,1 °C ein Eistag registriert. Damit dürfte dies die tiefstgelegene Station schweizweit gewesen sein, die im April noch einen Eistag verzeichnen konnte :) .

Gruss Silas
Wetterstation Oberthal 850 m.ü.M.: http://silas.emmewetter.ch

Mathias Uster
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Re: Mittelfrist / Langfrist Frühling 2019

Beitrag von Mathias Uster » Mo 6. Mai 2019, 13:23

...der nächste Mai-Kühlschrank ist auch schon seit einiger Zeit im Programm und hält sich pünktlich an den Wochentakt :frost:
Gruss Mathias

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Quelle: Wetterzentrale.de

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Re: Mittelfrist / Langfrist Frühling 2019

Beitrag von Federwolke » Mo 6. Mai 2019, 18:46

Mathias Uster hat geschrieben:
Mo 6. Mai 2019, 13:23
...der nächste Mai-Kühlschrank ist auch schon seit einiger Zeit im Programm und hält sich pünktlich an den Wochentakt :frost:
Hat der nächste Lauf bereits wieder einkassiert. Ich sag's ja: Das hüpft noch ein paar mal rauf und runter. Mit etwas Glück wissen wir am Freitag, ob wir am Sonntag die Winterjacke oder das T-Shirt brauchen :roll:
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Re: Mittelfrist / Langfrist Frühling 2019

Beitrag von Willi » Di 7. Mai 2019, 21:52

Der Servazius will's wissen. Ein Nordsee-Hoch im Mai mit über 1040 hPA Kerndruck. Ein Alptraum, nur blöd, dass das GFS und ECMWF etwa gleich sehen. Naja, Freitag abwarten, diesmal lasse ich mich gerne überraschen :-)

Quellen: wetter3.de, ecmwf.int
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Re: Mittelfrist / Langfrist Frühling 2019

Beitrag von Federwolke » Di 7. Mai 2019, 22:24

Nö, bis Freitag müssen wir nicht warten. Habe soeben ohne mit der Wimper zu zucken den Wetterlagenkalender aktualisiert.

Keilaufbau zu weit westlich (Modelle inzwischen einheitlich), und so wie es derzeit aussieht, vertschüsst sich das Hoch anschliessend nach Norden -->> Bise open End. Tonne auf, Mai rein, Tonne zu.

Wer richtigen Frühling will, macht nächste Woche am besten Ferien in Irland oder Schottland.
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Re: Mittelfrist / Langfrist Frühling 2019

Beitrag von Willi » Di 7. Mai 2019, 22:57

Tonne zu.
Ich würde mal warten bis der Siebenschläfer vorbei ist :down:
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Re: Mittelfrist / Langfrist Frühling 2019

Beitrag von Jan (Zeiningen, AG) » Mi 8. Mai 2019, 01:39

...Stichwort Wiederholungsneigung. Bereits in der Mittelfrist packt GFS wieder die -6°C (850hpa) und Theta-e's von 15°C raus. Das wäre Schnee bis in Flachland reloaded und das an einem 13. Mai. Das wird ja immer verrückter... :shock:

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Quelle Wetterzentrale.de (GFS12z vom 8.5.19)
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Re: Mittelfrist / Langfrist Frühling 2019

Beitrag von Willi » Do 9. Mai 2019, 14:24

Keilaufbau zu weit westlich (Modelle inzwischen einheitlich)
Diese kleine, unscheinbare rot umrahmte Delle (Karte 1) weit über dem Atlantik lässt schliesslich das Megahoch über der Nordsee entstehen. Für mich grenzt es fast an ein Wunder, dass die Modelle unisono einer Meinung sind. In der Tat gibt es weiterhin Änderungen von Lauf zu Lauf. Diese kann man entweder als Nuancen bezeichnen, oder damit erklären, dass halt doch unklar ist, welche Auswirkung so ein Muggensch... schlussendlich hat (Lorenz lässt grüssen). Zur Erinnerung: die einheitlichen Modelläufe wurden vor 2 Tagen gerechnet!

Nach den heutigen Läufen (GFS und ECMWS) würde ich jedenfalls den Rest des Monats Mai nicht mehr in die Tonne werfen. Der Druck im Hochzentrum erreicht zwar immer noch 1040 hPa, aber weiter nördlich als gestern gerechnet. Auch wenn die kommenden Eisheiligen ihrem Ruf wiedermal voll und ganz gerecht werden (das war schon viele Jahre nicht mehr der Fall), so scheint danach der Zustrom frischer Kaltluft in den Alpenraum gestoppt, und das Wetter scheint in einem ganz durchschnittlichen Temperaturbereich (Grafik 2), sonst aber ziemlich unvorhersehbar weiter vor sich hinzudümpeln. Der grüne Peak um den 20.5. weist auf Action hin, aber ob da was draus wird ist natürlich mehr als unsicher.

Bin immernoch gespannt auf die Freitagsläufe.

Quelle: wetter3.de
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Quelle: wetterzentrale.de
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Re: Mittelfrist / Langfrist Frühling 2019

Beitrag von Federwolke » Do 9. Mai 2019, 22:43

Ich mag nicht mehr so recht an einen raschen Umschwung glauben, dafür wird die Chance an diesem Wochenende vertan. Problem ist die Installation einer nordhemisphärischen Viererwelle (die wievielte eigentlich seit einem Jahr?):

Bild

Vier breite Tröge verteilt auf die gesamte Nordhemisphäre, und alles steht still. Dazu kommt die von mir schon vor einigen Wochen mal erwähnte Tendenz, dass sich Druckgebiete im Frühling über Europa eher retrograd bewegen, weil die Kaltluft im Osten das Hoch abbaut, während aufgrund der noch kalten Meere die Warmluftmassen das Hoch im Westen nicht so stark stützen können wie z.B. im Herbst.

Konkret heisst dies: Die polaren Ausbrüche zielen immer genau auf Mitteleuropa und tendieren eher noch Richtung Westen auf den Atlantik abzubiegen, sich dort mit Feuchtigkeit vollzusaugen, neue Tiefs zu produzieren und die ganze Suppe nur leicht erwärmt, aber deutlich feuchter (so wie gestern und heute) wieder zu uns zurückzuschicken. Das Hoch im Norden krepiert, weil es es von der Warmluftzufuhr abgeschnitten wird, und macht den Weg frei für den nächsten Kaltluftschwall.

So kann das nix Gscheites werden: Auch wenn der hohe Sonnenstand die polaren Luftmassen über dem Land jeweils rasch erwärmt, kommt dabei doch nicht mehr als Durchschnitt raus, der in regelmässigen Abständen aus Norden wieder platt gemacht wird. Bleibt nichts anderes übrig als abzuwarten, bis dem Kaltluftreservoir im Norden der Saft ausgeht. Allzu viel ist ja davon nicht mehr übrig, also wird sich das irgendwann im Juni erledigen... wir haben schliesslich nicht mehr 1987.
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Re: Mittelfrist / Langfrist Frühling 2019

Beitrag von Rontaler » Fr 10. Mai 2019, 10:22

Federwolke hat geschrieben:
Do 9. Mai 2019, 22:43
Ich mag nicht mehr so recht an einen raschen Umschwung glauben, dafür wird die Chance an diesem Wochenende vertan. Problem ist die Installation einer nordhemisphärischen Viererwelle (die wievielte eigentlich seit einem Jahr?):

Konkret heisst dies: Die polaren Ausbrüche zielen immer genau auf Mitteleuropa und tendieren eher noch Richtung Westen auf den Atlantik abzubiegen, sich dort mit Feuchtigkeit vollzusaugen, neue Tiefs zu produzieren und die ganze Suppe nur leicht erwärmt, aber deutlich feuchter (so wie gestern und heute) wieder zu uns zurückzuschicken. Das Hoch im Norden krepiert, weil es es von der Warmluftzufuhr abgeschnitten wird, und macht den Weg frei für den nächsten Kaltluftschwall.

So kann das nix Gscheites werden: Auch wenn der hohe Sonnenstand die polaren Luftmassen über dem Land jeweils rasch erwärmt, kommt dabei doch nicht mehr als Durchschnitt raus, der in regelmässigen Abständen aus Norden wieder platt gemacht wird. Bleibt nichts anderes übrig als abzuwarten, bis dem Kaltluftreservoir im Norden der Saft ausgeht. Allzu viel ist ja davon nicht mehr übrig, also wird sich das irgendwann im Juni erledigen... wir haben schliesslich nicht mehr 1987.
Hallo Fabienne

Besten Dank für den tollen Beitrag. Einen Vorteil des nassen und kühlen Frühlingswetters könnte sein, dass das Niederschlagsdefizit 2018 endlich aufgefüllt werden könnte und nachfolgend der Sommer grössere Chancen hat nicht ganz so heiss und trocken daherzukommen wie 2018? Weiss nicht ob diese Überlegung wissenschaftlich untermauert ist, aber ich denke mir je feuchter der Untergrund und je mehr Feuchtigkeit in der Vegetation gespeichert ist umso weniger rasch sind Hitzewellen à la 2018 realistisch. Hitzewellen im Sinne von 2 Tage > 20 Grad in 850 hPa und zack sofort 35 Grad im Flachland.

Wie kühl die Luftmassen der letzten 2 Wochen nun sind zeigt sich eindrücklich in erhöhten Lagen. Vorgestern Abend fuhr ich in starkem Regen nach Hause (in der KF). Die Temperatur fiel sofort auf nur noch knapp < 4 Grad... Auch wenn es keinen Schnee mehr geben dürfte < 1'000 m ist es doch empfindlich kühl für die Jahreszeit und erinnert so gar nicht an Frühling, wenn die Davis Konsole 4 Grad anzeigt und gleichzeitig der Westwind mit 50 km/h rupft. :fluchen:

Ich will endlich Frühling! :neinei:
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