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FCST/NCST Starkniederschläge und Gewitter 09.-12.06.2019

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Cyrill
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Re: FCST/NCST Starkniederschläge und Gewitter 09.-10.06.2019

Beitrag von Cyrill » Di 11. Jun 2019, 13:43

Markus Pfister hat geschrieben:
Di 11. Jun 2019, 04:04
Hallo zusammen,

war heute zunächst in Domodossola Pizza essen und warten, bis es endlich aktiv wurde. 1.)

Das war etwas riskant, ich hatte aber zum Glück einige Autos vor mir quasi als Versuchskaninchen. 2.)

Gruss

Markus
:up: ... gibt kaum was Schlimmeres, als wenn während dem Chasing der Magen knurrt... ;) / 1.)


Auch römische Imperatoren hatten Vorkoster.... :lol: / 2.)


Gruss Cyrill
Zuletzt geändert von Cyrill am Di 11. Jun 2019, 13:43, insgesamt 1-mal geändert.

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Rontaler
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Re: FCST/NCST Starkniederschläge und Gewitter 09.-10.06.2019

Beitrag von Rontaler » Di 11. Jun 2019, 14:12

Hallo zusammen

Nachfolgend noch Bilder/Videos, gesammelt von WetterOnline:

https://www.wetteronline.de/fotostrecken/2019-06-10-uw
https://www.wetteronline.de/wetter-videos/2019-06-10-mu

Gruss
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Markus Pfister
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Re: FCST/NCST Starkniederschläge und Gewitter 09.-10.06.2019

Beitrag von Markus Pfister » Di 11. Jun 2019, 15:15

Haha @Cyrill :-)

danke noch für den Tip mit Domodossola! Ich wollte eigentlich weniger weit, aber als die Magadino-Ebene um 14 Uhr herum so friendlich und ruhig dahin nieselte, wurde es mir unheimlich, und ich fuhr den Modellen quasi etwas entgegen. Irgendwo musste sich ja diese neue Aufgleit-Rampe der bodennahen Südostwinde entwickeln, und selbst wenn das nur noch auf dem Simplon Hospiz sein sollte!! Sturm-Entzug at its best.

Dann kam auch noch die München-Bombe ins Internet, was nervenaufreibend war, weil auch am späteren Nachmittag am Centovalli-Himmel noch immer Stratocumulus und Friedensabkommen herrschte. Dann wie von Dir angesprochen der knurrende Magen... keine Gewitter UND kein Essen, das geht gar nicht. Also durchgeheizt bis Domodossola und genau bei Ankunft dort einige erste Donner-Böller am Rande der Stadt, immerhin!

Die Pizza war äusserst lecker, preiswert und erzeugte Zuversicht. Mit vierstelligem CAPE im Magen sah auch am Himmel plötzlich alles viel besser aus, und bald darauf entwickelten sich um etwa 19:30 zwei Linien mit Gewittern, eine knapp wastlich von Domodossola und eine weitere von Verbania rauf ins Centovalli. Diese wurde sofort favorisiert, da sie die Südostwinde reinreissen würde und man nie weiss, wann so eine Linie zum rechtsziehenden Luftmassen-Aufräumer gleich für das ganze Tessin wird.

Bin dann recht genau mit dem schlimmsten Hagelkern in Re angekommen, werde später noch das Autodach genauer untersuchen, es klonkte einige Male ziemlich. Ich blieb dann dort eine ganze Weile, so lange von Verbania her immer wieder neue Zellen raufkamen. Das war definitiv das neue Highlight des Tages, das die Pizza auf die Ränge verteilte. Jedesmal wurde es stockfinster und krachte und regnete was das Zeug hält.

Ich schwor mir, dass ich mit dem ersten Schub, der nach Osten drückt auch in die Schweiz zurück gehen muss, bevor diese elende Lotter-Strasse nach Osten in die Schweiz rein komplett weg erodiert wird. So kam es dann irgendwann nach 10 Uhr Abends auch, und mit der kurvigen Ostfahrt Richtung Locarno zogen die Sachen nach links Richtung Norden raus aus der Strasse. Zwei Autos fuhren mit einigen Kurven Abstand vor mir, sonst wäre ich wesentlich langsamer und zittriger auf dem Strässchen rumgekurvt. Diese zwei Fahrer sollten meine Geröll- und Hochwasser-Vorhut sein. Bereits auf halber Distanz nach Intragna zeigte sich, dass der gedeckelte weil in der Grundschcht zu kühle Süd- bis Südostwind noch immer nichts wirklich bis ins Südtessin reinliess. Lugano und Umgebung wäre zum völligen Rohrkrepierer geworden. Es fehlte die Sonne tagsüber, so dass der Deckel hielt und nur gröbere Orographie wirkte.

Auch gegen Mitternacht war in der Magadino-Ebene immer noch relative Ruhe, während nun plötzlich auch die Berge am Ostrand des Tessins auslösten, was ja quasi auf der Heimfahrt lag! Also nichts wie los, es gibt nichts Besseres und Kurzweiligeres, als bei Gewitter zurück fahren zu können. Am San Bernardino ging es nochmals heftig zur Sache. Zum grossen Glück waren offenbar sämtliche Default-Pfingsturlauber zu der Zeit schon zuhause, das hätte ich nicht gedacht! Die ganze Strecke von Lostallo bis Thusis konnte ich praktisch alleine mit dem Geblitze und Gekrache zusammen fahren. Der oberste Teil war anfangs in dichten Nebel gehüllt, der dann aber von einem durchziehenden Gewitter kurz weg geschoben wurde.

Bei der Ankunft in Gais um 2:45 blitzte es immer noch ab und zu, und ich war erleichtert und definitiv fürs Erste "geheilt" vom Gewitter-Entzug.

Gruss

Markus
Zuletzt geändert von Markus Pfister am Di 11. Jun 2019, 16:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: FCST/NCST Starkniederschläge und Gewitter 09.-10.06.2019

Beitrag von Kaiko (Döttingen) » Di 11. Jun 2019, 17:50

Hoi zäme

Danke für die ausführliche Berichterstattung :up:

Möchte hier noch festhalten, den Schnee in Robiei (TI) hats weggespült.

Bild

https://www.hydrodaten.admin.ch/de/2356.html

https://www.hydrodaten.admin.ch/lhg/sdi ... 2356hq.pdf
An der Messstelle Riale di Calneggia - Cavergno, Pontit der höchste Abfluss seit 1967.

Gruss Kaiko
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Re: FCST/NCST Starkniederschläge und Gewitter 09.-10.06.2019

Beitrag von flowi » Di 11. Jun 2019, 18:13

Kann von meinem Balkon aus auf den Rhein sehen... Da fehlen nur mehr wenige Zentimeter bis das Rheinvorland geflutet wird.
Bei Felsenau war es dann so weit, dass das Vorland geflutet wurde.
Eine richtig schöne dunkle Brühe und es hatte jede Menge Treibholz in den See gespült...


Bild



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Bild



Bild


Grüße,
Flowi
Zuletzt geändert von flowi am Di 11. Jun 2019, 18:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: FCST/NCST Starkniederschläge und Gewitter 09.-10.06.2019

Beitrag von Haene » Di 11. Jun 2019, 20:46

Sali zäme

Diese spezielle Wetterlage an den diesjährigen Pfingsten bietet für alle etwas. Wie die heftigen Gewitter in Deutschland und Italien. Oder eben die starken Niederschläge in der Schweiz kombiniert mit der Schneeschmelze. Ich habe mich für die Niederschläge mit der Schneeschmelze entschieden. Da muss ich nicht so weit von zu Hause wegfahren. Ich habe mich heute Morgen mit der Reuss im Kanton Uri beschäftigt. Also fuhr ich um 10 nach 5 morgens in der Früh los. Um 6 Uhr bin ich in der Schöllenen bei der Teufelsbrücke angekommen.

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Hier ging ganz schön was ab. Es brauste und donnerte und der Gischt spritzte aus dem Flussbett auf den Parkplatz.

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Und im Flussbett sah es so aus.

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Am Strassenrand und auf den Weiden lagen noch Hagelkörner.

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Die waren maximal 1cm gross, lagen aber warscheinlich schon mehrere Stunden da.

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Hier ein Blick auf die Reuss senkrecht unter der Teufelsbrücke.

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Und da eine Gesamtansicht der Wasserfälle von der Teufelsbrücke aus gesehen.
Hier donnerten etwas nach 6 Uhr morgens ca. 100m³/s Wasser zu Tal.


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Etwas weiter unten immer noch in der Schöllenen.

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Auch die Zuflüsse in die Reuss führten viel Wasser. Hier ein Bach dessen Namen ich nicht gefunden habe.

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Der Rientalbach

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Hier die Reuss etwas unterhalb der Autobahnausfahrt Göschenen.

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Etwas oberhalb von Wassen fand ich den Rohrbach. Auch der bietet faszinierende Bilder.
Eine Gesamtansicht…

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…etwas näher…

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…und eine auf Wassertropfen genaue Ansicht.

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Die Reuss etwas unterhalb von Wassen.



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In Gurtnellen war die Kantonsstrasse infolge eines Murgangs gesperrt. Darum fuhr ich über die Autobahn bis Amsteg.

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Hier sieht man gut die Wucht der Strömung am Brückenpfeiler.

Jetzt wollte ich noch den Einfluss der Reuss in den Vierwaldstättersee filmen und fotografieren. Das war nicht so einfach. Zuerst musst ich einen Parkplatz möglichst nah am Ort finden und den Rest zu Fuss laufen. Die Gegend war zum Teil gesperrt infolge des Hochwassers. Ich habe einen Weg gefunden um in Sichtnähe der Mündung der Reuss in den Vierwaldstättersee zu kommen.

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Ich konnte bis zu dieser Fussgängerbrücke laufen.

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Da gab es Stromschnellen mit stehenden Wellen.

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Diese stehende Welle erreichte von der davorliegenden Senke bis zum Wellengipfel ca. 2m.
Unterdessen war es kurz vor 9 Uhr. Zu dieser Zeit flossen ca. 300m³/s Wasser in den Vierwaldstättersee. Gegenüber dem Höchststand des Hochwassers ist der Pegel bereits schon um ca. 1m gesunken.

Bild

Offenbar schwappte die Flut an mehreren Stellen über den Damm.

Bild

Hier hat der Damm einen Schaden erlitten.

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Dieses Hochwasser war grenzwertig. Es fehlte vermutlich nicht mehr so viel bis die Reuss aus ihrem Bett ausgebrochen wäre. Die Niederschläge haben zum Glück rechtzeitig nachgelassen.

Ein Video folgt noch.

Liebe Grüsse von Hans-Jörg
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Re: FCST/NCST Starkniederschläge und Gewitter 09.-10.06.2019

Beitrag von Cyrill » Di 11. Jun 2019, 22:58

Markus Pfister hat geschrieben:
Di 11. Jun 2019, 15:15
Haha @Cyrill :-)

danke noch für den Tip mit Domodossola! 1.)

Sturm-Entzug at its best. 2.)

Dann wie von Dir angesprochen der knurrende Magen... keine Gewitter UND kein Essen, das geht gar nicht. Also durchgeheizt bis Domodossola und genau bei Ankunft dort einige erste Donner-Böller am Rande der Stadt, immerhin! 3.)

Die Pizza war äusserst lecker, preiswert und erzeugte Zuversicht. Mit vierstelligem CAPE im Magen sah auch am Himmel plötzlich alles viel besser aus, und bald darauf entwickelten sich um etwa 19:30 zwei Linien mit Gewittern, 4.)


….es klonkte einige Male ziemlich. Ich blieb dann dort eine ganze Weile,.... Jedesmal wurde es stockfinster und krachte und regnete was das Zeug hält. 5.)

Es fehlte die Sonne tagsüber, so dass der Deckel hielt und nur gröbere Orographie wirkte. 6.)

Auch gegen Mitternacht war in der Magadino-Ebene immer noch relative Ruhe, während nun plötzlich auch die Berge am Ostrand des Tessins auslösten, was ja quasi auf der Heimfahrt lag! Der oberste Teil war anfangs in dichten Nebel gehüllt, der dann aber von einem durchziehenden Gewitter kurz weg geschoben wurde. 7.)

Bei der Ankunft in Gais um 2:45 blitzte es immer noch ab und zu, und ich war erleichtert und definitiv fürs Erste "geheilt" vom Gewitter-Entzug.

Gruss

Markus

Vielen Dank Markus für diesen sehr spannend geschriebenen Chasingbericht! Der weckt natürlich Erinnerungen, u.a. an die Jagd mit Klipsi 2008 bei Ivrea und später im Aostatal und die Jagd mitten im Core durch die Fluten un Richtung Domodossola 2012 mit einer "Tages-Anzeiger"-Journalistin, die mal "vorsorglich" :lol: auf der Beifahrerseite auf das nicht vorhandene Bremspedal stieg! :roll: Mit einem guten Willen gelingt fast alles....; auch sogar in Italien, frierend bis aufs Unterhemd triefnass den Campingplatzaufseher dazu zu bringen uns noch vor dem Morgen 'raus zu lassen....
https://www.tagesanzeiger.ch/wissen/nat ... y/16249734

(Werbung abwarten und auf Video klicken...)

1.) Gerne geschehen!
2.) es ist ja auch das ganze Drum-Herum, das Abenteuer. Nach so einem langen harten Winter und m Bewusstsein, dass die Saison eigentlich mitte April hätte beginnen sollen, muss man da dieses Jahr schon weiter fahren, um auf seine Kosten zu kommen. Aus gesundheitlichen Gründen kann ich mir (selber fahrend) diese Distanzen nicht mehr zumuten - leider.
3.) Domodossola lohnt sich, wenn man V-Shape-artige, quasistationäre Aufgleitniederschlasereignisse liebt und dokumentieren will.
4.) vierstellige CAPE im Magen....? :shock: Dann wette ich, Du hattest eine Pizza "Fulmine" à la calzone, mit einem "Dön(n)er" in der "Socke" :lol:
5.) Verb "klingen"; konjugiert (Vergangenheit) "es klang"..., Partizip passé "es hat geklungen"....."..geklunken..", "..geklunkt..", bzw. "..geklonkt.." :lol: Herrlich!!! Onomatopoesie vom Feinsten! Ich liebte den "Klonk!", wenn bei Asterix und Obelix die Römer auf's Dach bekommen haben :lol: So nach dem Motto: "Sing mir den 'Klonk' und ich sage Dir welches Auto Du fährst?" Haha!
6.) Ja, Orographie vor allem durch den ansteigenden Südwestteil des Alpenbogens an der französisch-italienischen Grenze... Aber auch Divergenz in der Höhe und der Druckgradient in einem Sektor im Bereich der Trogachse...(Bild 01 und 02 unten)
7.) quasi auf der West-Ost-Triggerlinie des V-Points (Bild 03 unten)

Zur Erklärung & paar "Tipps":

Ein abgeschlossenes Höhentief (KLT), vorallem im mehr oder weniger persistenten, geostationären "Herumeier"-Modus gibt selten auf der 500 hPa Bodendruckkarte seine tatsächliche Position in Bezug auf die inhärente Trogachse zu erkennen. Wie unten bei der 574-er Isolinie erkennen wir eine leichte Verdichtung aus dem Druckzentrum heraus in Richtung OSO, wo in der Scharung leichte Ausbuchtungen der Wellen und eine kleine Bucht (im Kreis) in der 574er-Isolinie, ein sog. "Minitrögli" sichtbar ist. Sehr oft muss man in flachen Druckverhältnissen und unbestimmten Wetterlagen diese "Minitröglis" auf der 500 hPa-Karte wie ein Detektiv suchen, als sei sie die Nadel im Heuhaufen. Sie erweisen sich nicht selten als "Horse-kick", als jenen dynamischen Antrieb, der zur Auslöse von induzierten Niederschlagszellen und darauf folgenden Gewitter(linien) führt. Meine Erfahrung...
Bild

Auf der Trogvorderseite ist immer am meisten Druck, immer östlich der Trogachse, bzw. in der Richtung, in der sich das Höhentief tendenziell bewegt, aber eben je nach Form verschieden und in der Position letztlich entscheidend, weil synoptisch dort die anderen Faktoren mehr oder weniger wirksam sind. Deshalb schaue ich mir die Tropopauseneinbuchtung an....
Dunkelrot gepunktete Linie = Trogachse. Orange gepunktete Linie = "Sehne". Braune gepunktete Linie = Winkel der Ausgangshöhenströmung, aus dem Schnittpunkt der Trogachse mit der Sehne, die im rechten Winkel zum Scheitelpunkt steht. In diesem dreieckigen Sektor wird die Kraft gebündelt (ich erlaube mir hier meine These zu diesem Thema zu publizieren, die sich aber in der Praxis sehr oft bewährte..).


Bild


Dort traf sie auch auf orographisch und anderweitig günstige Bedingungen, wonach sich die Domodossola-Linie aus SW bilden konnte.

Aufgrund der konvergierenden Strömungen am Boden, ergibt sich eine Linie in west-östlicher Richtung. Bis Chiasso / Mailand meist geradeaus, bis nach Varese (gepunktete Linie). Sie ist sehr oft vorhersagbar, wo sich der V-Shape-Triggerpunkt gerade hinbewegt, obwohl ich in dieser Gegend einmal (2008) ziemlich in den Hammer lief, als die Zellen sich nicht nur quasistationär, sondern retrograd verhielten (in Zeiten, wo es noch kein Donnerradar gab, auf dem im Halbstunden-Loop natürlich heute solche Entwicklungen im Nowcastbereich verfolgte werden können und man entsprechend flexibel darauf reagieren kann - wie meine Erfahrung in dieser Region zeigte).


Bild



Meien CPU gerade belegt (zu 99.9999%) Update blockiert die Maschine; geht so rd. 60 Min.. Weitere Bilder ein anderes Mal...

Gruss Cyrill
Zuletzt geändert von Cyrill am Mi 12. Jun 2019, 00:30, insgesamt 7-mal geändert.
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Re: FCST/NCST Starkniederschläge und Gewitter 09.-10.06.2019

Beitrag von Fabian Bodensee » Mi 12. Jun 2019, 09:54

Beim Hinterrhein wurde soeben der höchste je gemessene Wert (seit 1974) registriert!!

https://www.hydrodaten.admin.ch/de/2387.html
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Re: FCST/NCST Starkniederschläge und Gewitter 09.-10.06.2019

Beitrag von Bernhard Oker » Mi 12. Jun 2019, 10:21

Folgen davon:
Von Dienstag auf Mittwoch haben Starkniederschläge im Kanton Graubünden zu diversen Strassensperrungen und Einsätzen der Blaulichtorganisationen geführt. In Splügen mussten Personen aus einem in einen Bach geratenen Auto evakuiert werden.
https://www.gr.ch/DE/institutionen/verw ... 06122.aspx
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Re: FCST/NCST Starkniederschläge und Gewitter 09.-12.06.2019

Beitrag von Fabian Bodensee » Mi 12. Jun 2019, 10:37

Aufgrund der aktuellen Abflussmengen dürfte der Rhein die gestrigen Werte überschreiten und in der Region Widnau erneut das Rheinvorland überfluten. :schirm:

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