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21./22.08.2019: Erste herbstliche Hochnebellage

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Furion
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Re: 21./22.08.2019: Erste herbstliche Hochnebellage

Beitrag von Furion » Sa 24. Aug 2019, 13:35

Naja Federwolke, es ist schon nicht eine Bombenerklärung schon klar, aber immerhin hört man mal was, dies ist meist nämlich nicht so. Denn bei anderen Fehlprognosen wie zum Beispiel plötzliche Saharastaubbewölkung oder 4C über der wirklich erreicht Temp usw hört man eigentlich nichts.
Wenn sie wenigstens mal ihre Fehler zugeben ist das mal sympathischer als wenn sie einfach so tun als wäre nichts gewesen.

In Hägglingen hat sicher der Hochnebel ab 11:00 auch begonnen aufzulösen, nun ist es wirklich schön.

Gruss Furion

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Rontaler
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Re: 21./22.08.2019: Erste herbstliche Hochnebellage

Beitrag von Rontaler » Sa 24. Aug 2019, 14:04

Federwolke hat geschrieben:
Sa 24. Aug 2019, 11:19
Hm. Die "Erklärung" musste ich suchen. Erklärt wird eigentlich nur, dass sich SRF ein Prognosesystem leistet, in das nicht eingegriffen werden kann. Eine Bankrotterklärung und das was ich mit "sich verAPPeln lassen" weiter oben gemeint hatte. Weshalb die Meteorologen nicht Erwägung gezogen hatten, dass sich der Nebel halten könnte, wird im Artikel nicht erklärt. Das versuchte Felix Blumer heute Morgen in der Sendung "Wetterwoche" (aktuell noch nicht in der Mediathek vorhanden). Doch auch diese Erklärung war für mich aus fachlicher Sicht enttäuschend. Angeblich hätten die 8 Modelle, die sie zu Rate gezogen hatten, alle etwas völlig anderes gezeigt. Also hätten sie dann mit Labilität gerechnet, die den Hochnebel hätte auflösen sollen. Gut und recht, aber die Labilität wird meistens aus der Differenz zwischen 850 hPa und 500 hPa gerechnet. Logisch ist es labil, wenn es in 850 hPa seichwarm ist, daher auch die Gewitter in den Alpen gestern. Dummerweise verstärkt aber ein sehr warmes 850er-Niveau auch eine Inversion mit kalter und feuchter Luft am Boden. Sollte ein alter Fuchs wie Felix Blumer eigentlich wissen. Ausrede war dann die Bise, die angeblich feuchte Luft aus Bayern gebracht hatte. Erstens brauchten wir keinen Import aus Bayern, die Feuchte bei uns war nach den starken Regenfällen der vorangegangenen Tage mehr als ausreichend. Und zweitens hat die Bise sogar mitgeholfen, dass sich der Hochnebel von Norden her auflösen konnte. Resultat: verbreitet 24 Grad am Hochrhein. Dass sich bei Bise der Hochnebel an den Voralpen staut, ist auch nichts Neues. Also was zum Gugger versuchen die da den Laien zu "erklären", statt einfach zuzugeben, dass man Ende August schlicht nicht damit gerechnet hatte, weil die Kombination und Abläufe der Ereignisse zu dieser Jahreszeit zu selten vorkommen, als dass vor allem junge Meteorologen Erfahrung mit sowas hätten?

Irgendwie find ich's ja witzig. Seit zwei Wochen habe ich fast nichts anderes getan als auf allen möglichen Kanälen zu erklären, weshalb Mitte August der Hochsommer vorbei ist, und dabei noch explizit auf die veränderte Schichtung der Atmosphäre hingewiesen. Und dann sind dennoch alle erstaunt, wenn es plötzlich herbstelt, weil zufällig gerade alles zusammenpasst...
Sali Fabienne

Herzlichen Dank für die Erklärung/Bestätigung dessen, was ich mir eingangs bei der Threaderöffnung gedacht habe.

Ich als (Heimweh-)Luzerner weiss leider zu genau was Bisenstau bedeutet, manchmal haben wir ja bei feuchtem Bisenstau sogar Vorteile gehabt wenn es dann um Schnee ging zum Beispiel. Nur die Obwaldner und Entlebucher haben noch wirkungsvolleren Bisenstau als der Grossraum Luzern/Vierwaldstättersee.

Die Schichtungs-Thematik habe ich nicht mal beachtet ehrlich gesagt, aber ich wusste, dass es z. T. wirklich viel geregnet hat in kurzer Zeit (So/Mo) und dann ohne ein Sonnenstrahl sofort die Bise zünftig angezogen hat ab Dienstagmorgen. Ich selber bin wie wohl die meisten darüber gestolpert, dass ich mich an keine einzige ähnliche Hochnebelphase im August erinnern kann, was daran liegen mag, dass ich erst 31 Jahre alt bin und mein detailliertes Erinnerungsvermögen punkto Wetter wohl erst ab rd. 2002 so richtig vorhanden ist. Daher trifft deine Erklärung, warum fast alle dachten "der löst sich eh auf", zu 100% zu. Interessant ist aber, dass ich jeweils von Di bis und mit gestern jeden Morgen bei der Fahrt quer durch's ZH Oberland zur Arbeit gedacht habe "dieser Nebel löst sich nie und nimmer auf". Dies wohl deshalb, weil ich wusste was Bise mit Nebel macht an den Voralpen, zum anderen weil es eben schon viele ähnlich gelagerte Fälle gab, aber halt nur im Herbst und Winter! :warm:

Lange Rede kurzer Sinn, es hat wie du sagst zufällig alles zusammengespielt, dass eine Hochnebellage entstehen und sich auch über Tage halten konnte. Dass dies Ende August und nicht Ende Oktober so kam, auch Zufall. Hätte ich das am Sonntag oder Montag so erwartet oder gar so prognostiziert? Niemals. Nie und nimmer. :-? Ich dachte im ernst am Mittwoch hätten wir wieder 23-25 Grad. Wenigstens habe ich wieder etwas gelernt.

Ich wünsche einen schönen Tag.

Gruess of Bärn. :up:
Zuletzt geändert von Rontaler am Sa 24. Aug 2019, 14:07, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: 21./22.08.2019: Erste herbstliche Hochnebellage

Beitrag von Hydrogauss » Sa 24. Aug 2019, 20:39

Im Mai 2013 gabs auch für die Jahreszeit aussergewöhnlich oft Hochnebel (sagt meine Erinnerung). Die meteorologischen Umstände kenn ich nicht mehr, ausser das es auch viel geregnet/geschneit hatte. Vielleicht kann man Vergleiche zu damals ziehen um in Zukunft besser prognostizieren zu können.

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