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Extremereignisse und Klimaänderungen

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Uwe/Eschlikon
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Re: Extremereignisse und Klimaänderungen

Beitrag von Uwe/Eschlikon » Mo 30. Jul 2018, 13:30

Obige Aussage mit 8 Holzstücken zu begründen scheint mir etwas dünn.
Nun, es sind ja bei Weitem nicht die einzigen auf diese Zeit (11./12.Jh) datierten Fundstücke im Alpenraum.

Im Aletschgebiet gibt es div. historisch belegte Funde und auch Zeugnisse von menschlichen Besiedlungen, wo heute niemand mehr frei- oder unfreiwillig leben möchte.

Zu nennen seien zB. die grossen Lärchenstämme und Strünke, welche beim Bau der Bergstation und Skiliftanlagen auf der Fiescheralp auf einer Höhe von 2200-2300m zum Vorschein kamen, datiert auch aufs frühe MA. Da oben war zu der Zeit ein (lichter) Wald aus 20-30m hohen Bäumen. Derzeit ist die Waldgrenze noch nicht da oben angekommen. Etwas unterhalb der Bergstation kommen inzwischen die ersten kleinen Lärchen der Krüppelzone an. Bis zu grossen Bäumen ist es noch ein langer Weg...auch klimatisch.
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Thomas Jordi (ZH)
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Re: Extremereignisse und Klimaänderungen

Beitrag von Thomas Jordi (ZH) » Mo 30. Jul 2018, 18:14

...es braucht seine Zeit, bis in dieser Höhe ein Wald wächst, auch wenn es klimatisch bereits möglich wäre. Deshalb ist es ein absoluter Trugschluss zu sagen, damals war es wärmer.
Die Waldgrenze in den Alpen ist sowieso NICHT natürlich, sondern durch den Mensch gemacht. Die Alpen sind kein Naturraum, sondern ein Kulturraum. Die natürliche Waldgrenze liegt meist einige hundert Meter höher.
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Re: Extremereignisse und Klimaänderungen

Beitrag von Uwe/Eschlikon » Di 31. Jul 2018, 06:18

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Die Waldgrenze in den Alpen ist sowieso NICHT natürlich
Das ist nur teilweise richtig, denn bloss ein Teil der Waldgrenze wurde oder wird durch Beweidung tiefer gehalten (bestimmt keine 30%), weil vielerorts gar keine Beweidung möglich ist bzw. sich nie lohnen würde. Auch dort ist die Waldgrenze derzeit nicht viel höher. Aber sie ist langsam am Steigen...
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Re: Extremereignisse und Klimaänderungen

Beitrag von helios » Mo 13. Aug 2018, 11:42

Ein erfrischendes Interview mit dem emeritierten Klimatologieprofessor Dr. Heinz Wanner, in welchem es etwas weniger um Klimatologie als dem Umgang damit geht:
https://www.watson.ch/schweiz/interview ... maforscher

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Re: Extremereignisse und Klimaänderungen

Beitrag von Cedric » Mo 13. Aug 2018, 12:40

Wann das Ziel der max. 2K Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit über den Haufen geworfen und auf 3-4 K hochgeschraubt? :roll:
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Re: Extremereignisse und Klimaänderungen

Beitrag von Uwe/Eschlikon » Fr 17. Aug 2018, 12:45

Und überhaupt ist es illusorisch (und wird es auch immer sein), das Klima auf ein "Ziel" oder Grenzwert hin zu bringen. Als ob es je ein konstantes Zielklima in den letzten 3,5 Mia Jahren gegeben hätte. Vielleicht baut sich der Mensch in 100 oder 200 Jahren grosse Super-Plexiglasglocken, wo er drunter leben wird. Da kann dann jede Sippe oder Lebensgemeinschaft ihr Wunschklima selbst einstellen :lol:
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Re: Extremereignisse und Klimaänderungen

Beitrag von Willi » Mi 14. Nov 2018, 16:17

"Zahlen und Fakten" der Meteoschweiz (ehm, "NCCS", sorry) zur heutigen Vorstellung der "Klimaszenarien CH2018" der ETH.
http://www.nccs.admin.ch/nccs/de/home/k ... akten.html
http://www.ethz.ch/de/news-und-veransta ... -2018.html

Gruss Willi
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Gruss Willi
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Re: Extremereignisse und Klimaänderungen

Beitrag von Uwe/Eschlikon » Mo 19. Nov 2018, 21:27

Ein interessanter Bericht steht derzeit in der Regional-Zeitung Aletsch-Goms über die Hochwasser, welche den Oberlauf der Rhone (hier Rotten genannt) betrafen.
Man hat in den letzten Jahren jedes Hochwasser im Wallis medienwirksam empor geschaukelt und den Mahnfinger in Richtung "Klimawandel" erhoben, der ja (angeblich) eine Häufung von Hochwasserlagen mit sich bringt.

Nun, in den Oberwalliser Jahrbüchern sind viele Hochwasser der letzten Jahrhunderte verzeichnet, auch vor der Industrialisierung und auch während der kleinen Eiszeit (ca. 1500-1850). Von 1026 bis 1922 wurden 125 Hochwasser im Oberlauf der Rhone verzeichnet, welche auch die Talebene von Naters-Brig abwärts heimsuchten.
Schon im Jahre 1330, 1331 und 1338 gab es sehr grosse Schäden. 1469 wurde die ganze Talebene verwüstet. Das gleiche 1472, 1495 und 1506. Während der kleinen Eiszeit gab es regelmässig Unwetter und grosse Überschwemmungen: 1521, 1556, 1589, 1610, 1620, 1633 und 1636 sind verzeichnet, also alle rund 10-25 Jahre kam es zu grossen Überflutungen. Verzeichnet sind auch die Jahre 1707, 1713, 1726, 1728, 1734, 1737, 1740, 1744, 1752, 1755, 1756, 1764, 1766, 1778 und 1782, also fast alle 4-8 Jahre! Und da war nicht nur die Rhone, sondern auch die Nebenbäche und Zuflüsse links und rechts davon betroffen. Man stelle sich das heute vor, alle 4-8 Jahre ein "Brig-1993-Reloaded". Klar, auch 1987 gab es Überschwemmungen (Münster im Goms zB), wie auch 2000 (Gondo-Katastrophe). Aber es war früher nicht anders. Und ich meine, kälteres Klima bringt nicht nachweislich ein Abschwächung der Hochwassergefahr im Alpenraum mit sich, jedenfalls nicht, wenn man Rückschlüsse auf vergangene Ereignisse nimmt,
1834, 1861, 1862 und 1868 waren ebenfalls Katastrophenjahre, dann gab es noch eine Serie: 1920, 1921 und 1922 wo grosse Teile von Naters und Brig unter Wasser standen.
Ab 1860 fing man aber an, die Rhone sukzessive in ein kanalisiertes Flussbett zu verlegen, um ein schnelleres Abfliessen des Wassers zu erzeugen, damit die Hochwassergefahr reduziert wird.
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Re: Extremereignisse und Klimaänderungen

Beitrag von Furion » So 3. Feb 2019, 11:36

Hoi zusammen

Ich beobachte seit längerem das Meereisvorkommen am Nord und Südpol. Erfreulicherweise ist das Meereis im Nordpol diesen Winter wieder deutlich besser ausgebildet als andere Jahre. Hier: http://ocean.dmi.dk/arctic/icethickness ... 190202.png

Dies betrifft mal das Volumen. Es freut mich auf alle Fälle das es mal wieder besser aussieht. (Bis jetzt)


Gruss Furion

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