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Raupen und Schmetterlinge

Erdbeben, Kameras, Forumkritik usw.
Furion
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Re: Raupen und Schmetterlinge

Beitrag von Furion » Do 20. Sep 2018, 12:57

Ein Admiral kann bis zu einem Jahr alt werden, für einen Schmetterling ist das ein sehr langes Leben. Andere Arten wie zum Beispiel der Schwalbenschwanz leben nur 2-3Wochen.
Der Zitronenfalter ist auch mit einem Jahr Lebenszeit gesegnet, nur dieser überwintert hier als Schmetterling in der Kälte. Er ist einer der härtesten Schmetterlinge, lässt sich ab und an auch mal zuschneien.
Mehr als ein Jahr Lebenszeit ist bei Schmetterlingen dann schon sehr selten.

Der Admiral muss es allerdings rechtzeitig in den Süden schaffen, denn sollte er nur einmal in Frost geraten, stirbt er. Gibt es immer wieder, aber meiner sollte es schaffen, die anderen die noch später kommen hoffedlich auch.

Gruss Furion
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Willi
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Re: Raupen und Schmetterlinge

Beitrag von Willi » Do 20. Sep 2018, 14:24

Der Admiral muss es allerdings rechtzeitig in den Süden schaffen
Welche Route wählen die Schmetterlinge, und wieviel km legen die pro Tag zurück? Über den Gotthard könnte es in den nächsten Tagen schon mal frisch werden.

Gruss Willi

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Re: Raupen und Schmetterlinge

Beitrag von Furion » Do 20. Sep 2018, 20:54

Hoi Willi

Die Admirale nutzen oft die gleichen Pässe und Routen um ihre Reise zu machen. Eine sehr beliebte Route bei den Admiralen ist der Pass Col de Bretolet im Wallis, viele Admirale aus der Schweiz und aus Deutschland wählen diesen Pass um weiter nach Süden zu gelangen. Wir reden da von tausenden Tieren die dort durch fliegen. Forscher sind ab und an im Herbst oder Frühling dort um die Admirale zu beobachten. Sie markieren dort auch gewisse Tiere und versuchen diese dann weiter im Süden wieder zu finden. Dies ist eine enorme Sisyphus Arbeit und das alles nur, um herauszufinden wohin die Admirale gehen.

Zur Geschwindigkeit folgendes: Ein Admiral kann aus eigener Kraft maximal 15kmh schnell fliegen und ja er tut das an schlechten Tagen auch mit dieser Geschwindigkeit. Allerdings sind die Schmetterlinge nicht doof, sie versuchen den Wind für ihre Reise zu nutzen, falls erforderlich steigen sie dazu auch in grössere Höhen auf um dies zu tun. Admirale sind eher Tiefflieger, sie können aber auch bis zu 1000m über Boden aufsteigen. Der Distelfalter, ebenfalls ein Wanderfalter wurde schon in einer Höhe von 3000m gesichtet, er steigt noch viel weiter auf. Mit der Nutzung des Windes, können Admirale wie auch Distelfalter dann so um die 50kmh erreichen, wenn es ganz gut läuft 80kmh.

Wenn die Falter Gegenwind haben, pausieren sie meist und fliegen wieder, wenn der Wind nicht mehr entgegen kommt. Zum orientieren schauen die Tierchen übrigens auf die Sonne und nutzen auch das Magnetfeld. Für Schmetterlinge haben die einiges auf dem Kasten. :shock:

Die Nachtfalter sind den Tagfaltern allerdings in der Geschwindigkeit weit überlegen, das Taubeschwänzchen (als Nachtfalter dennoch tagaktiv) kann aus eigener Kraft bis zu 80kmh schnell sein, ganz ohne Wind. Ich ziehe meinen Hut vor diesen kleinen Wesen wirklich. Hier mehr über das Taubeschwänzchen: http://natur-erleben-online.de/taubenschwaenzchen. Habt ihr sicher auch schon gesehen und euch gefragt was das ist, denn sie verhalten sich etwa gleich wie Kolibris und fallen so völlig aus dem Rahmen. :-D

Für alle die etwas Zeit haben, hier eine DOk von SRF über Schmetterlinge: https://www.srf.ch/sendungen/dok/wunder ... metterling (Achtung nur noch 9 Tage verfügbar)
Gruss Furion
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Re: Raupen und Schmetterlinge

Beitrag von Federwolke » Do 20. Sep 2018, 21:47

Letztes Jahr Mitte Oktober auf dem Weissfluhjoch (fast 2700 m) flatterte ein Admiral an mir vorbei. Ich hab mich noch gewundert, dass der nicht die Täler entlang flog, aber möglicherweise war es einfacher, mit der Thermik im Windschatten vom Parsenn über den Pass zu kommen. Oben herrschte 18 km/h Südwind bei knapp 8 Grad, was ihn nicht davon abhielt, zielstrebig nach Südwesten zu ziehen.
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Re: Raupen und Schmetterlinge

Beitrag von Furion » Do 20. Sep 2018, 22:25

Federwolke hat geschrieben:Letztes Jahr Mitte Oktober auf dem Weissfluhjoch (fast 2700 m) flatterte ein Admiral an mir vorbei. Ich hab mich noch gewundert, dass der nicht die Täler entlang flog, aber möglicherweise war es einfacher, mit der Thermik im Windschatten vom Parsenn über den Pass zu kommen. Oben herrschte 18 km/h Südwind bei knapp 8 Grad, was ihn nicht davon abhielt, zielstrebig nach Südwesten zu ziehen.
Irgendwo muss er halt über den Berg, die Tierchen sind durchaus kreativ und du wirst mit deiner Vermutung wegen Windschatten ziemlich richtig liegen. Es ist erstaundlich was die kleinen Viecher alles können.
2700 müm ist aber schon krass, aber eben Berg ist halt Berg, wenn sie keine Berge um sich haben, steigen sie jedoch nicht so weit auf. Aber eben, es sind noch lange nicht alle Schmetterlinge und ihre Strategien bekannt.

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Re: Raupen und Schmetterlinge

Beitrag von Furion » So 23. Sep 2018, 13:51

So nun haben wir auch noch das erste Admiral-Weibchen. Wer findet den Unterschied zum Männchen? Es ist nur ein ganz kleiner Unterschied in der Zeichnung auf den Flügeln.
Bis heute sind 5 von 9 geschlüpft, davon 4 Männchen und ein Weibchen.


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