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Atomkraftwerke

Erdbeben, Kameras, Forumkritik usw.
Schnittlauch
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Re: Atomkraftwerke

Beitrag von Schnittlauch » Do 15. Sep 2011, 13:17

@ urbi
Genau, meine Lösungen sind, wie die von der erhabenen Madame Merkel, alle "alternativlos".

"die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt"

Zum Beispiel Ökostrom. Denn der ist per se gut, weil grün. Aber Strom aus AKWs, der ist böse.

Darum habe ich auch einen AKW-Stromfilter neben meinem Handystrahlenfänger :shock: :unschuldig:
Zuletzt geändert von Schnittlauch am Do 15. Sep 2011, 13:17, insgesamt 1-mal geändert.

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Uwe/Eschlikon
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Re: Atomkraftwerke

Beitrag von Uwe/Eschlikon » Mo 19. Sep 2011, 09:56

Hallo

Fakt 1: Der Stromverbrauch wird weiter steigen oder allerbestenfalls stagnieren.
Fakt 2: Die Schweiz möchte, wie Deutschland, über kurz oder lang aus der Atomkraft aussteigen.

Gefragt sind nun konkrete und realisierbare Lösungen, wie die Stromversorgung auch zu Spitzenverbrauchszeiten lückenlos garantiert werden kann, und wie Ökonomie und Ökologie gleichermassen berücksichtigt werden können!

Alles (pseudo)wissenschaftliche Theoriegeplänkel nützt in meinen Augen wenig, da es keinen konkreten Nutzen bringt.

Gruss, Uwe

urbi
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Re: Atomkraftwerke

Beitrag von urbi » Mo 19. Sep 2011, 11:11

Schritt 1

Energie nicht sinnlos verschwenden.
_________
Uwe/Eschlikon hat geschrieben: Theoriegeplänkel
Welches wären "konkrete und realisierbare Lösungen" aus Deiner Sicht ?

Gruss
Urbi

Microwave
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Re: Atomkraftwerke

Beitrag von Microwave » Mo 19. Sep 2011, 11:14

Auch wenn es nicht als nützlicher Vorschlag zu werten ist:
Ich mag Stromausfälle bzw. Netzstörungen über alles! ;)

Grüsse, Microwave (Deshalb "Atomstrom, egal von wo - Nein danke!", ansonsten wär's doch viel zu langweilig!) :unschuldig:
Successful corepunches during (GA) chasing:
8, 5, 0
5, 0

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Re: Atomkraftwerke

Beitrag von Uwe/Eschlikon » Mo 19. Sep 2011, 13:07

Welches wären "konkrete und realisierbare Lösungen" aus Deiner Sicht ?
zB.:
-
Energie nicht sinnlos verschwenden.
Das unterstütze ich auch. Ausserdem müssten endlich konkrete Verbrauchsvorschriften für elektr. Geräte her. Das sollte es übrigens auch für Fahrzeuge geben (zB. keine Zulassung mehr für PWs, die mehr als 10l/100km verbrauchen!)

- Ausbau der Wasserkraft (auch der Grimselkraftwerke)

- Schnellerer Bau von Bio- und Kompogasanlagen! Da liegt ja noch ein Riesenpotential brach, wenn ich denke, wieviel Gülle zB. die Bauern unnütz auf die Felder schütten (und damit auch noch die Gewässer belasten!)

- die bestehenden, alten Atomkraftwerke abschalten und rückbauen und dafür 1 neues, sichereres und viel effizienteres bauen

Gruss, Uwe

Kali
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Re: Atomkraftwerke

Beitrag von Kali » Mo 19. Sep 2011, 17:36

- Schnellerer Bau von Bio- und Kompogasanlagen! Da liegt ja noch ein Riesenpotential brach, wenn ich denke, wieviel Gülle zB. die Bauern unnütz auf die Felder schütten (und damit auch noch die Gewässer belasten!)
Hoi Uwe,

Die Idee ist nicht schlecht,aber durch zuviele Biogasanlagen entstehen Monokulturen,zudem reicht bei entsprechender grösse der Anlage die Gülle oft nicht aus,was durch "Energiepflanzen" wie Mais ausgeglichen wird. Dieser muss wie die Gülle auch in grossen mengen irgendwo geholt werden,womit wir wieder bei einem anderen problem währen, ein LKW verbraucht mehr wie 10l/100km.

Bitte verstehe mich nicht falsch ich bin nicht gegen Biogasanlagen,ich denke ein mix aus Wasserkraft,Solarenergie,Biogas und Windkraft währe vielleicht besser.

Gruss Kali
Zuletzt geändert von Kali am Di 20. Sep 2011, 06:19, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Atomkraftwerke

Beitrag von Uwe/Eschlikon » Di 27. Sep 2011, 09:34

Politik und Realität

(Von Andreas Thiel)

Doris Leuthard besucht ein staatlich subventioniertes Forschungslabor für alternative Energien.

Doris Leuthard: Meine Damen und Herren, es erwarten uns interessante Herausforderungen. Ich habe gestern an der Pressekonferenz den Ausstieg aus der Atomenergie verkündet. Ausserdem wollen wir den CO2-Ausstoss halbieren und den Öl- und Benzinverbrauch verringern. Oh! Ist dies ein Modell der nächsten Generation von Windenergieanlagen?

Ingenieur: Nein, das ist ein Ventilator. Bei dieser Hitze stürzt uns dauernd die Klimaanlage ab.

Doris Leuthard: Warum ist es denn so heiss hier drin?

Ingenieur: Die Hitze kommt von den Rechnern. Die laufen rund um die Uhr.

Doris Leuthard: Können sie die nachts nicht abschalten?

Ingenieur: Nein, die errechnen das Stromsparpotential der Schweiz. Und sie haben doch schnelle Resultate verlangt.

Doris Leuthard: Richtig. Haben sie schon Ergebnisse?

Ingenieur: Leider nein. Jedesmal wenn wir kurz vor einem Resultat stehen, stürzt uns wegen der Hitze ein Server ab.

Doris Leuthard: Kann man denn nichts gegen diese Hitze tun?

Ingenieur: Wir arbeiten an einer Lösung. Eine leistungsstärkere Klimaanlage ist bereits bestellt.

Doris Leuthard: Und wie weit sind sie mit der Erforschung des Potentials von neuen erneuerbaren Energien?

Ingenieur: Wir haben ein neues, noch grösseres Rechenzentrum für diesen Forschungsbereich eingerichtet.

Doris Leuthard: Darf ich die Ergebnisse sehen?

Ingenieur: Wir konnten das Rechenzentrum leider noch nicht hochfahren. Wir haben Probleme mit den Leistungsschwankungen im Netz.

Doris Leuthard: Kann man denn da nichts machen?

Ingenieur: Natürlich, wir sind gerade dabei, auf dem Dach zwei grosse Dieselgeneratoren zu installieren.

Doris Leuthard: Sehen sie? Es findet sich immer eine Lösung, wenn man nur will.

Ingenieur: Leider mussten wir, um Platz für die Dieselaggregate zu schaffen, die Fotovoltaik-Versuchsanlage demontieren. Aber das macht nichts, die hat sowieso fast keinen Strom geliefert.

Doris Leuthard: Also kann ich heute an der Pressekonferenz sagen, die Probleme seien nicht nur erkannt, sondern beinahe schon gelöst?

Ingenieur: Sie sind die Chefin.

Doris Leuthard: Das Modell dieses Dampfkraftwerks ist sehr schön. Wo wird das gebaut?

Ingenieur: Das ist eine Nespresso-Maschine.

:lol:
Uwe

urbi
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Re: Atomkraftwerke

Beitrag von urbi » Fr 7. Okt 2011, 19:41

AKW-Betriebsbewilligung wird nicht neu geprüft
5. Oktober 2011, 13:50, NZZ Online
AKW-Betriebsbewilligung wird nicht neu geprüft
Zuständiges Departement lehnt Gesuche ab – Vertrauen in Aufsichtsbehörde

Das Umweltdepartement beabsichtigt nicht, den Betrieb des Atomkraftwerks Mühleberg einzustellen. Das Uvek entschied, nicht auf ein Gesuch einzugehen, in dem der Entzug der Betriebsbewilligung für das AKW aus Sicherheitsgründen verlangt wird.



Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) beabsichtigt nicht, den Betrieb des Atomkraftwerks Mühleberg einzustellen. Es gebe «keine ausreichenden Gründe, um die bestehende Betriebsbewilligung in Wiedererwägung zu ziehen», schrieb das Uvek in einer Mitteilung.

Atomkritische Anwohner des Werks Mühleberg haben in den vergangenen Jahren viele Gesuche und Beschwerden bei verschiedenen Behörden und Gerichten deponiert. Auch beim Uvek wurden die Anwohner, vertreten durch ihren Anwalt Rainer Weibel, im März und Juli dieses Jahres vorstellig.

Im ersten Gesuch verlangten sie den Entzug der Betriebsbewilligung für das AKW. «Mühleberg» müsse aus Sicherheitsgründen sofort vom Netz genommen werden, lautete die Forderung.

Vertrauen in Ensi
Das Umweltdepartement beschloss, nicht auf das Gesuch einzugehen. Die Sicherheit des AKW müsse durch den Kraftwerkbetreiber, in diesem Fall der Energiekonzern BKW, gewährleistet werden. Der Betreiber werde dabei vom Nuklearsicherheitsinspektorat Ensi beaufsichtigt, schrieb das Uvek in seiner Mitteilung weiter.

Es könne «keine Anhaltspunkte» erkennen, dass das Nuklearsicherheitsinspektorat Ensi seiner Aufsichtspflicht «nicht oder ungenügend nachkomme». Auch gebe es keine Hinweise, dass sich die Mühleberg-Betreiberin nicht an die Anordnungen des Ensi halte oder der sichere Betrieb des Werks nicht gewährleistet sei.

Das zweite Gesuch zu den vom Kraftwerkbetreiber BKW angekündigten Nachrüstungsmassnahmen wies das Uvek ab. Es wies darauf hin, dass die Freigabe solcher Massnahmen in der Zuständigkeit des Ensi liege. Der Uvek-Entscheid kann noch beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden.

Kritik von AKW-Gegnern
Kritik übten erwartungsgemäss atomkritische Kreise. Die Bevölkerung werde im Stich gelassen und nicht ernst genommen, schrieb die SP Kanton Bern in einer Mitteilung.

Zudem habe das Uvek den Entscheid ohne Einbezug eines externen Gutachtens gefällt. Ein solches Gutachten wurde unter anderem von der rot-grünen Berner Kantonsregierung und diversen Gemeinden gefordert.

Das Komitee «Mühleberg - Ver-fahren» geisselte den Beschluss des Uvek als reinen Aktenentscheid. Das Uvek schenke dem Ensi blindes Vertrauen statt die «präzis geltend gemachten Sicherheitsmängel des AKW» zu überprüfen. Die Verantwortung für den Weiterbetrieb des Werk überlasse der Bund «dem Gutdünken» der Betreibergesellschaft. Unbefristete Betriebsbewilligung

Ende 2009 hatte das Uvek dem bernischen Energiekonzern BKW die unbefristete Bewilligung für den Betrieb des Mühleberger Atomkraftwerks erteilt - also noch vor den Ereignissen in Fukushima. Bereits dagegen hatten mehr als hundert Anwohner der Anlage sowie eine lokale Ökogruppe Beschwerde erhoben.

Ein Entscheid in dieser Sache dürfte in absehbarer Zeit fallen. Am 13. Dezember kommt es zu einer öffentlichen Verhandlung. Das Urteil wird voraussichtlich Anfang 2012 bekannt gegeben.

urbi
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Re: Atomkraftwerke

Beitrag von urbi » So 20. Nov 2011, 09:45

"Robuste Sicherheit" Bild

Zitat:
Spiegel Online

Reaktorsicherheit
Grande Atom-Nation in der Bredouille
Von Cinthia Briseño und Stefan Simons
REUTERS

Am Stresstest gescheitert: Frankreichs Atommeiler sind nach Einschätzung von Inspektoren nicht katastrophensicher - jetzt fordern Behörden die unverzügliche Nachrüstung sämtlicher AKW im Land. Muss der größte Nuklearpark der Welt drastisch reduziert werden? Die Atomlobby fürchtet eine Energiewende.

In den Monaten nach der Katastrophe von Fukushima, als Experten weltweit von den Behörden ausgesandt worden waren, um die Sicherheit ihrer Meiler zu überprüfen, erlebte Frankreich einen Schockmoment: Am 12. September ereignet sich in der südfranzösischen Atomanlage Marcoule eine Explosion, bei der ein Arbeiter ums Leben kam und vier weitere verletzt werden. Explodiert war ein Verbrennungsofen für schwach radioaktive Abfälle.

War Radioaktivität ausgetreten? Anwohner brachten sich in Sicherheit. Der Alarmzustand dauerte eine Weile, bis die französische Atomaufsicht nach einigen Stunden endlich offiziell Entwarnung gab.

Zwar löste der Zwischenfall im Musterland für Atomenergie bei weitem keinen Sturm der Entrüstung aus. Und doch kam nach Fukushima und dem Vorfall von Marcoule kräftig Bewegung in die französische Atomdebatte: So haben sich jetzt die französischen Sozialisten (PS) und die Grünen Les Verts/France Écologie (EELV) wenige Monate vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen auf ein politisches Bündnis geeinigt. Es sieht unter anderem vor, den größten Nuklearpark der Welt drastisch zu reduzieren: Bis 2025 sollen, so der politische Plan, von den insgesamt 58 Reaktoren (die sich auf 19 AKW verteilen) 24 stillgelegt werden.

Die Übereinkunft folgt der Linie der Sozialisten. Deren Präsidentschaftskandidat François Hollande hatte das Wahlversprechen abgegeben, den Anteil des Atomstroms in Frankreich auf 50 Prozent zu verringern. Ein ambitioniertes Ziel in einem Land, dass derzeit fast 80 Prozent seiner Elektrizität aus der Atomenergie bezieht.

Kleine Fehler - schwere Auswirkungen

Möglicherweise, so die Hoffnung der Grünen, könnte die Energiewende aber doch noch drastischer ausfallen. Anlass gibt ein 500-seitiges Papier, dass das französische Institut für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit (IRSN) am Donnerstag vorgelegt hat. Die Bilanz ist für AKW-Betreiber, französische Stromkonzerne und Atomlobby alles andere als erfreulich: Nach Meinung der Inspekteure ist kein einziger Atommeiler in Frankreich hundertprozentig katastrophensicher.

So schnell wie möglich, so die Forderung der IRSN-Wissenschaftler, seien alle 58 Reaktoren nachzurüsten. Dennoch legte man Wert auf vorsichtige Formulierungen: "Die Reaktoren stellen keine unmittelbare Gefahr für die Öffentlichkeit dar", heißt es etwa. Auch von einer "robusten Sicherheit" ist darin die Rede. Doch fast jeder Sicherheitsbeteuerung folgt ein "aber".

Bei der Pressekonferenz in Paris fasste IRSN-Chef Jacques Repussard den Zustand der französischen Atommeiler so zusammen: "Das sind kleine Fehler, die schwere Auswirkungen haben können." Und auch er beeilte sich, den Nebensatz hinzuzufügen, dass insgesamt die Anlagen aber sicher seien.

Das große "Aber" des IRSN-Berichts bezieht sich auf Szenarien, die jenseits des bisher Vorstellbaren liegen. Analysiert und simuliert wurden bei dem Stresstest Extremsituationen, die beim Bau der Meiler nicht vorgesehen waren: Naturkatastrophen wie Erdbeben, Fluten oder gar Tsunamis an der Mittelmeerküste. Explosionen, Brände, Stromausfälle und andere Ereignisse, die einen Einfluss auf die Reaktoren haben könnten.
"Gewisse Elemente der Konzeption der Reaktoren und ihre Auslegung gegenüber schweren nuklearen Unglücken müssen überdacht werden", resümierte Repussard bereits im Juni. "Ob Natur- oder technische Katastrophe, terroristischer Anschlag oder menschlicher Fehler - diese Möglichkeiten wurden nicht systematisch in Betracht gezogen, stets unter dem Hinweis: 'Das wird nie passieren.' Fukushima hat uns das Gegenteil gelehrt." Man müsse sich auch das Unvorstellbare vorstellen.

So soll etwa das AKW von Fessenheim im Elsass unweit der deutschen Grenze einem Erdbeben der Stärke 6,7 standhalten. Der Sicherheitsnorm nach muss die Belastungsgrenze um 0,5 Punkte über dem stärksten bekannten Erdbeben liegen. Dieses hatte 1356 im benachbarten Basel Schätzungen zufolge eine Stärke von 6,2 gehabt. In ihrem Bericht stellt die IRSN aber fest, dass einige Röhrensysteme des AKW bei einem Erdbeben auseinanderbrechen würden.

Auch Dampf- und Notstromgeneratoren seien nicht überall ausreichend gegen Extremsituationen geschützt, schreiben die IRSN-Wissenschaftler. So gebe es beispielsweise nicht genug Wasserreserven für Notfälle in Dampfgeneratoren, heißt es in dem Bericht. Deshalb sei es notwendig, weitere Mechanismen in die Reaktoren einzubauen, die wichtige Funktionen wie Kühlung und Stromzufuhr schützten. Zum Beispiel sollte jeder Reaktor über mindestens einen Dieselgenerator an abgelegener Stelle verfügen, der auch im Falle eines sehr starken Bebens nicht ausfalle.

Ob die geforderten Nachrüstungen im Einzelnen genügen und jeden Reaktor in Frankreich tatsächlich vor dem Unvorstellbaren bewahren würden, lässt sich nicht sagen. Klar ist aber, dass die erfolgsverwöhnte Atomindustrie Frankreichs nicht zur Tagesordnung übergehen kann. "Maßnahmen wie die Nachrüstung zusätzlicher Notstromdiesel sind sicher sinnvoll", sagt der Pressesprecher der deutschen Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS), Sven Dokter. "Ob die Empfehlungen abdeckend sind, können wir aber nicht beurteilen - dazu müsste man die französischen Anlagen schon sehr genau kennen."

Bis Ende des Jahres will die französische Atomaufsichtsbehörde ASN die Schlussfolgerungen aus der IRSN-Analyse ziehen und ihrerseits einen Bericht vorlegen. Diese Zeit wird die Atomlobby in Frankreich kaum ungenutzt lassen und eine neue Strategie ausarbeiten. Schon jetzt warnt sie vor den Folgen eines Atomausstiegs: Bis zu eine Million Menschen könnten dann ihren Job verlieren, auch das Bruttoinlandsprodukt könnte dadurch beeinträchtigt werden, ließ Henri Proglio, der Chef des Energiekonzerns EDF, vor kurzem wissen.
Auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy beharrt auf seiner Position: Solange er Präsident sei, werde es keine Abkehr von der Atomkraft geben.


__________________

Gruss
Urbi

Stefan im Kandertal
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Re: Atomkraftwerke

Beitrag von Stefan im Kandertal » So 20. Nov 2011, 12:05

Ich will auch mal. Da in Frutigen grad ein Projekt Biogasanlage am laufen ist: Nichts Monokultur. Sondern eine sinnvollere Verwendung von Bioabfällen (auch die Tonnen von weggeworfenen Lebensmitteln aus Grossverteilern und Läden, die noch essbar wären....) als im Müll zu landen. Aber dass das richtig funktioniert muss rasch mal eine Entsorgungsgelegenheit her für den Normalbürger, der selbst keinen Komposthaufen pflegt. Fast alles wird inzwischen wird getrennt und einigermassen wiederverwertet, nur das nicht.

Nicht verwechseln mit Biosprit aus Nahrungspflanzen. Da gäbs übrigens auch Alternativen. Man füttere riesige Algen "Plantagen" mit CO2 aus der Verbrennung von Kohle, Öl, Treibstoff usw. jedes solches Kraftwerk könnte aus seinem Treibhausgas noch nebenher Biosprit machen, wär doch genial, dann wären Kohlekraftwerke sogar beinahe CO2-Neutral ;). Es gibt sogar eine Pflanze, die mit fast nichts wächst und für Biosprit geeignet ist. Die auch da wächst wo nicht mal Nahrungspflanzen wachsen.


Konkrete Lösungen?

Z.B. All die Abwärme aus was auch immer für Kraftwerken und Fabriken, wird die denn bereits genutzt? Eher nein
Man heizt munter weiter mit Strom und Öl und haut die Abwärme von sonstigem in den Himmel. Und dann regen sich einige aus wegen der Glühbirnen, Sparlampen und LED heizen weniger :roll:
Hier kann man gewaltig Energie sparen. Und es rechnet sich bestimmt auch finanziell.

Heizungen, undichte Gebäude, keine Verwendung von Abwärme, das verschwendet Energie wie nichts anderes. Da sind neue Autos im Schnitt schon weit fortschrittlicher.

Alleine mit der Beleuchtung liesse sich doch schon Mühleberg einsparen oder? Aber noch so vorsichtshalber: Ich setze wenns mal vernüftig läuft, eher auf LED und nicht die klassischen Sparlampen mit ihren Nebenwirkungen.

Noch was zum Strom: Ein laptop braucht viel weniger Energie als ein PC ;), Ein Flachbild TV mit LED Beleuchtung gegenüber Röhren-TV. Ein Tablet-PC, Ipod und ähnliches für nicht Leistungshungrige Anwendungen übertrumpft alles andere im Energiesparen.

Bleibt das Problem der Produktion. Ja, da ist leider ein riesen Problem mit der Wegwerfmentalität, jedes Jahr oder 2,3 Jahre neues Gerät allem voran weil mans nicht nachrüsten kann (ausser PC's). und zum Grossteil auch mit Absicht der Hersteller um ständig zu kassieren :(. Aber es liegt auch im Ermessen des einzelnen. Brauch ich einen Hochleistungs-PC fürs Musikhören, Videos ansehen, Internet oder gar nur Büro? Genau dafür gibts immerhin jetzt auch diese Tabletgeräte.

Nebenbei: Die Aufzeichnung meiner Wetterdaten hat ihren Energieverbrauch seit Beginn über alten PC, Netbook bis zur "Spezialanfertigung" über 90% Energie eingespart!


So, und da eigentlich längst alles erfunden ist und vieles bereits Massentauglich was es für eine Ökorevolution in Sachen Energie braucht, glaubt noch immer einer, es sei eine Verschwörungstheorie, dass die guten alten Öl, Gas und Kohlekonzerne sich da kräftig wehren und rauszögern? Dass jene Unternehmen auch mächtig mit "Geldgeschenken" an dagegenhalten damit diese "Clean-Tech" Unternehmen schwach werden und lieber die Millionen nehmen als ihr weniger rentables Ding durchzuziehen?
Zuletzt geändert von Stefan im Kandertal am So 20. Nov 2011, 12:30, insgesamt 2-mal geändert.

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