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Klimawandel und euer Standpunkt

Erdbeben, Kameras, Forumkritik usw.
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Federwolke
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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Federwolke » Sa 2. Mär 2019, 19:43

Das Problem ist nur: Plastik, Biodiversität usw. wird unsere Erde nicht mehr jucken, wenn das Klima kippt. Ich finde es irgendwie niedlich, das Klimaproblem kleinreden zu wollen und gleichzeitig Raupen zu züchten. Hat ein bisschen was von: Auch wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen. Nichts gegen die kleinen Dinge, die jeder tut und damit meint Gutes zu tun, aber es ist reichlich naiv (und ich gestehe, in meinem Tun selbst naiv zu sein ;) ). Es beruhigt das Gewissen, mehr nicht. Ja, ich oute mich hiermit als die totale Kulturpessimistin: Der Mensch wird seinen Untergang nicht stoppen können. Ist alles nur eine Frage der Zeit. So, wie es heute läuft, gebe ich unserer Spezies nur noch ein paar Jahrzehnte, mit etwas Glück ein paar hundert Jahre. Jede Spezies, die eine Überpopulation produziert, steht kurz vor dem Zusammenbruch. Und sei es nur, weil die Ressourcen (meist die Nahrung) ausgeht. Das Problem des Menschen: Wir sind mit unserer unglaublichen "Intelligenz" in der Lage, dabei gleich das ganze Weltgefüge mitzureissen. Mit dem Klimawandel beschleunigen wir den Ablauf einfach noch um ungeahnte Dimensionen. Und nein: Was ein paar von Energiekonzernen und Ölscheichs finanzierte Wissenschaftler behaupten, beeindruckt mich nicht wirklich.

Langer Rede kurzer Sinn: Entweder man entscheidet sich heute nach dem Prinzip "nach mir die Sintflut" alles sausen zu lassen (und dabei hoffentlich keine Nachkommen in die Welt zu setzen, denn die werden keine schöne Zeit mehr erleben) oder man setzt schnellstmöglichst alles daran - und dazu gehört auch das Klimaproblem - um unseren direkten Nachkommen zumindest noch eine halbwegs erträgliche Umwelt zu hinterlassen. Dass die Welt, so wie wir sie vor einigen Jahrzehnten noch gekannt haben, noch zu retten ist, daran glaube ich hingegen nicht mehr. Die Erde wird sich dann irgendwann langsam wieder erholen, wie sie es nach jeder Katastrophe getan hat. Vielleicht auch mit einem kleinen Rest Menschen, die wieder ganz von vorne beginnen... ich bin froh, nicht dazu gehören zu müssen.
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flowi (So 3. Mär 2019, 19:21)

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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Furion » Sa 2. Mär 2019, 20:07

Tja das Raupenzüchten nicht die Welt rettet, ist mir lange klar, dass es so gut wie nichts bringt auch, aber immerhin gehe ich nicht gegen den Klimawandel demonstrieren und werfe danach meinen Abfall auf den Schulhof und plane meine nächsten Amerikaferien mit dem Flugzeug. (nein das ist nicht erfunden, leider...)

Es bringt auch nichts wenn man so tut als könnte man was machen. Wie du selber sagst glaubst du nicht daran, dass der Mensch seinen Untergang stoppen kann eben wegen seiner Überpopulation. Die ist auch das wahre Problem und wird uns vermutlich noch schneller in die Knie zwingen als der böse Klimawandel.

Aber wer unbedingt dem Klimaphantom hinterherjagen will und sich damit verrückt macht bitte, vermutlich wird man dann feststellen, dass andere Probleme uns doch viel schneller einholen.

Es könnte ja auch sein das dies mit dem Klima so stimmt und wir kriegen es hin den Wandel zu stoppen oder zu begrenzen. Gut bravo, und dann kriegen wir einen goldenen Blumentopf? Wenn wir das geschafft haben, stehen wir da und merken das unsere Erde noch viel hoffnungsloser überbevölkert ist als je zuvor, gratuliere.


Einfach der falsche Fokus, denn würde man der Überpopulation einen Riegel schieben, würde das auch sehr viel beim Klimaschutz und dem bösen CO2 helfen. Aber ja besser man konzentriert sich auf den Klimawandel und lässt die Bevölkerungsexplosion weiter laufen, finde ich auch toll sowas.


Und noch so am Rande, die Skeptiker sind nicht von der Öllobby bezhalt, ist aber natürlich auch immer toll wenn man sich das alles so einfach stempelt. Klar gibt es einzelne Leute von denen man es weiss das die Öllobby ihre Finger drin hat, aber bei den meisten eben nicht.

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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Federwolke » Sa 2. Mär 2019, 20:51

Furion hat geschrieben:
Sa 2. Mär 2019, 20:07
... ist aber natürlich auch immer toll wenn man sich das alles so einfach stempelt.
Ja, ich mach es mir immer ganz einfach. Nur schon von Berufes wegen. Und die Hintergründe der Eike-Gruppe muss man ja nicht hinterfragen, so als kritischer Geist ;)

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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Furion » Sa 2. Mär 2019, 21:02

Ja Eike ist bei weitem nicht die einzige Gruppe, aber doch eine der Gruppen die immer grösser werden. (Dreck am Stecken haben so viele, ist menschlich, dennoch haben die Beiträge auf Eike durchaus auch mehr zu bieten als nur Faktenloses rumgeschreie, es gibt aber auch sehr schlechte Beiträge)

Wie dem auch sei, schlussendlich bringt es uns nicht weiter hier einen Glaubenskrieg zu unterhalten, die Zeit wird zeigen wie es wirklich ist.
Und ich denke es wird ziemlich nichts so wie man es heute gerne meinen möchte. Momenten wird der Klimakirche noch den Vortritt gelassen, sollten sich aber dubiose Steuern für den kleinen Mann abzeichnen, die wieder nur gewissen Herren und Damen der Elite die Taschen füllen und dem Klima null helfen, dann werden andere Demos kommen, die sicher nicht von Schülern ausgehen.


Jetzt sagt eh jede Partei wie wichtig die Sache mit dem Klimawandel ist, klar im Wahljahr... Eines ist sicher, es bleibt spannend.
Zuletzt geändert von Furion am Sa 2. Mär 2019, 21:04, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Federwolke » Mi 6. Mär 2019, 18:47

Furion hat geschrieben:
Sa 2. Mär 2019, 21:02
Glaubenskrieg
Habe zwar nicht viel Hoffnung, aber vielleicht hilft es: https://www.faz.net/aktuell/wissen/erde ... 60198.html
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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Furion » Mi 6. Mär 2019, 23:38

Danke für den Artikel, ich kann damit leben das mich Leute halt versuchen auf einen richtigen Weg zu führen, ich verstehe auch das ich halt nicht so gut ankomme. Aber eben, ich kann diesen konsens nur bedingt ernst nehmen, einfach weil jeder wieder was anderes erzählt und plötzlich das CO2 Budget des noch vertragbaren Austosses erhöt oder gesenkt wird. Also von sicher sein keine Spur. Es sagt ja auch niemand das CO2 keinen Einfluss hat, sogar das böse Eike steht dazu, aber halt nicht so apokaliptisch wie gewisse Modelle es sagen. Aber gut dann bin ich halt ein Klimaleugner, ich bin ja auch froh wenn Leute besser schlafen können, wenn sie mir diese Bezeichnung geben.

Die Zeit wird zeigen ob der Mensch das Klima und seine Wandlungen so bombensicher versteht wie man es heute meint. Ich denke mit nichten, aber bitte ich bin auch nicht böse wenn ich auf dem Holzweg bin. Wer meint ich sei ein fanatischer Gläubiger der unbelehrbar ist irrt, aber bei so etwas gewaltigem wie dem Klima der Erde mit seinen unzähligen Systemen zweifel ich ernsthaft das alles so wuderbar einfach ist wie man es gerne hätte. Zumal der Mensch nichtmal einfachere Dinge wie die Metarmophose eines Insekts versteht, was viel kleiner ist als das Klima.



Gruss Furion

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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Federwolke » So 14. Apr 2019, 20:06

Die Menschheit ist wie ein Kleinkind nicht in der Lage, auf einen kurzfristigen Vorteil zu verzichten, um einen langfristigen Nachteil zu vermeiden. Man hätte noch genug Zeit gehabt, das Steuer herumzureissen, doch selbst heute, wo die Auswirkungen weltweit sicht- und spürbar werden, steckt man lieber den Kopf in den Sand...

https://derstandard.at/2000101281915/Lo ... Geschichte

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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Willi » So 14. Apr 2019, 23:09

Kürzlich hat ein gestandener Politiker aus dem Säuliamt im Lokalblatt von sich gegeben, er glaube nicht an den menschengemachten Klimawandel, aber Massnahmen dagegen könnten ja trotzdem sinnvoll sein. Da hat er wohl Religion und Physik verwechselt. Wie auch immer, ich behaupte mal, dass 2/3 der Menschheit den Treibhauseffekt nicht verstehen. Dieser ist seit Jahrzehnten bekannt und eigentlich um Lichtjahre einfacher zu verstehen als z.B. die Physik der schwarzen Löcher. Unter dieser Voraussetzung ist es in der Tat eine Herkules-Aufgabe, Massnahmen durchzusetzen, welche von allen Menschen dieser Welt mit Überzeugung mitgetragen werden.

Eine spannende, auch emotional geschriebene Rezension. Es macht an, das Buch zu lesen. Aber die Botschaft ist ja eigentlich wohlbekannt. Es kommen nervöse Jahrzehnte mit hochkochenden Emotionen auf uns zu. Diese werden wohl nur marginal zur Klimaerwärmung beitragen.
Gruss Willi
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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Federwolke » Mo 15. Apr 2019, 18:31

Willi hat geschrieben:
So 14. Apr 2019, 23:09
Da hat er wohl Religion und Physik verwechselt.
Aber Willi, du verwechselt doch etwas. Diese hier sind es doch, die einer "Kirche" angehören:
https://science.sciencemag.org/content/ ... orn-SM.pdf
Also lauter Anfänger, die von Physik keine Ahnung haben :roll:
Artikel dazu: https://science.sciencemag.org/content/ ... 139.2.full

Im Grunde ist diese Aktion völlig absurd. Wäre in etwa so, wie wenn man heute, 50 Jahre nach den ersten Herztransplantationen, eine weltweite Unterschriftensammlung von gestandenen Ärzten vorweisen müsste, um die Patienten davon zu überzeugen, dass sie nach einer Transplantation auch die notwendigen Medikamente nehmen sollten. Man stelle sich vor, danach würde immer noch ein Grossteil der Patienten sagen: Neinnein, das glaube ich nicht, dass der Körper fremde Organe abstösst. Das wollt ihr mir doch nur verschreiben, damit die Pharma-Konzerne mein hart verdientes Geld einstecken können... Ähnlichkeiten zur Argumentation von Impfgegnern sind natürlich rein zufällig.

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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Uwe/Eschlikon » Mo 22. Apr 2019, 21:09

https://www.tagblatt.ch/leben/die-neuen ... ld.1076452

Nun, ein Blick auf die CO2-Player weltweit zeigt, wo das Problem liegt (Daten 2015):

CO2-Ausstoss ganze Welt: ca. 35 Mia Tonnen

1. China = 10,4 Mia t
2. USA = 5,4 Mia t
3. Indien = 2,3 Mia t

(Total 18,1 Mia t = 52%)

4. Russland = 1,6 Mia t
5. Japan = 1,2 Mia t
6. Deutschland = 0,8 Mia t

Schweiz: 0,05 Mia t, also etwa 1/700 vom ganzen Ausstoss.

Die ersten 4 denken nicht im Traum daran, ihren CO2-Ausstoss zu senken.

Der Klimaforscher Reto Knutti von der ETH Zürich erklärt: "Die CO2-Emissionen müssen bis etwa 2050 in der Schweiz auf null herunter. Das bedeutet die vollständige Dekarbonisierung in allen Sektoren."

Würde die Schweiz 0 (null) CO2 ausstossen, hätte dies in Bezug auf die 35 Mia. Tonnen auch 0 Wirkung, da allein das weltweite Bevölkerungswachstum diese Menge überkompensieren würde. Aber wirtschaftlich hätte diese Null-CO2-Strategie einen gewaltigen Einfluss auf die Schweiz. Aber der Herr Doktor Professor wird sich 2050 keinen Kopf machen müssen, denn er hat längst ausgesorgt, ist dann 77j alt, wird in einem schicken Einfamilienhaus schuldenfrei leben und sich kaum Sörgeli um diejenigen machen, die alle einen Job suchen, weil die Industrie komplett ausgelagert wurde...aber ok, besser nicht denken, besser jeden Freitag auf die Strasse gehen...
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Christian Schlieren (Di 23. Apr 2019, 19:12) • Matthias_BL (Di 23. Apr 2019, 19:47) • Kaiko (Döttingen) (Di 23. Apr 2019, 20:21)

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