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Re: (Alb-)Träume 2026
Verfasst: Do 12. Feb 2026, 09:55
von Willi
Ja, sorry, Federwolke. Dein Post irritiert mich erheblich. Ich finde es ein starkes Stück, "positive" Posts unter Klimaleugner-Generalverdacht zu stellen. Genau so wird die Rede- und Schreibfreiheit massiv eingeschränkt. Da werden sich viele hüten, noch etwas "positives" zu schreiben, da sie mit Anfeindungen rechnen müssen. Das nützt dem Klima herzlich wenig, und ist auch einer offenen und respektvollen Diskussion im Forum wenig zuträglich.
Re: (Alb-)Träume 2026
Verfasst: Do 12. Feb 2026, 11:17
von Federwolke
Merci Willi, jetzt habe ich's wahrscheinlich verstanden.
Re: (Alb-)Träume 2026
Verfasst: Do 12. Feb 2026, 13:51
von Mathias Uster
Willi hat geschrieben: ↑Do 12. Feb 2026, 09:55
Genau so wird die Rede- und Schreibfreiheit massiv eingeschränkt.
Davon sind wir zum Glück noch meilenweit entfernt - in unserem wunderbaren Forum gibt es schlicht zu viel Intelligenz, Sachlichkeit und sicher auch dicke Haut

Re: (Alb-)Träume 2026
Verfasst: Do 12. Feb 2026, 20:56
von Linth
Federwolke hat geschrieben: ↑Do 12. Feb 2026, 09:24
Wenn auf einen Hinweis zur Entlastung nach einem nie dagewesenen Extremereignis Widerspruch kommt, dann irritiert das. Zudem sind die Beschwichtigungen und Ablenkungen mit den "positiven Auswirkungen" gern genutzte Strategien von Klimawandel-Leugnern
Ich weiss, dieser Post ist krass, aber endlich mal notwendig....
Sodeli, Federwolke: Bei allem Respekt, aber jetzt mal schnell runter vom Thron bitte

Nach nie dagewesen Extremereignis?
Hallo, im Mittelmeerraum regnet es häufig viel auf die Tage hinauf gerechnet. Diese 600 Liter in Portugal pro m2 über 2 Wochen sind ein völlig normal, wenn man mal sich die Mühe machen würde, auf die letzten 2000 Jahre zurück zu schauen. Die Natur dort kann das mehrheitlich locker bewältigen. Einzelne Überschwemmungen sind natürlich logisch. Aber daraus gerade wieder, wie Federwolke es tat, auf Einzelschickschale zurück zu führen, ist weder wissenschaftlich noch der Wahrheit geduldet. Es dient einzig und allein dem Frame: Klimaerwärmung.
Im Tessin kann es 450 Liter pro m2 regnen binnen 48h und nichts passiert. Auch das gesamte Mittelmeer kann locker 600 Liter pro m2 aufnehmen, die Natur hat sich daran gewöhnt...
Wenn es also 600 Liter pro m2 regnet irgendwo in Mitte Spanien, und dann kommen diese Bilder von Überschwemmungen, alles kein Problem. Ruft die Leute dort an, in Spanien, in Portugal, im Norden Marokkos, auf Kreta, auf Sardinien, einfach überall. 99.99% der Leute werden euch erzählen, dass dieser Regen ein Segen ist.
Ich bin da sehr sehr tief drin in der Hydrologie. Mehr als Federwolke es je wird sein. Ich liebe Federwolkes Beiträge. Ich lese sie immer und wurde dadurch, dank ihr!, zu einem super Hydrologen

Danke Federwolke. Aber hier, genau hier bei dem Thema. Nein:-(
Re: (Alb-)Träume 2026
Verfasst: Do 12. Feb 2026, 21:29
von Tinu (Männedorf)
@Linth
Jein.
Ich gehe völlig mit dir einig, dass extreme Niederschlagssummen und extreme Niederschlagsspitzen in kurzer Zeit in der Mittelmeerregion (wozu im erweiterten Sinn auch das Tessin gehört) klimatologisch normal sind. Es handelt sich eben nicht um die sprichwörtlichen "gemässigten" Breiten. Auch dass die aktuellen Niederschläge auf der Iberischen Halbinsel wie auch in Italien und in der Ägäis grundsätzlich hochwillkommen sind, kann man so mit Fug und Recht behaupten. Die andere Seite der klimatologischen Medaille in diesen Regionen - nämlich Hitze und Dürre - ist insgesamt wesentlich problematischer und lebensfeindlicher. Davon gabs in den vergangenen Jahren mehr als genug.
Auf der anderen Seite darf man aber meines Erachtens den Blick für die Relationen nicht verlieren. Die Messdaten der Station Grazalema (am Westende der Betischen Kordillere gelegen) waren ja in aller Munde. Die Daten zeigen, dass an dieser Station zwischen dem 21. Januar 2026 und dem 11. Februar 2026 insgesamt 2527 mm Niederschlag fielen (grosszügig gerundet):

Quelle: Meteomanz
Wir sprechen also von einem Zeitraum von 22 Tagen. Die durchschnittliche Jahres-Niederschlagsmenge (
Jahres!) beträgt in Grazalema knapp 2100 mm. Innerhalb von 22 Tagen fiel an dieser Station also 120 Prozent des Jahressolls.
Ist das überraschend?
Nein. Es entspricht voll und ganz dem, was basierend auf den (hinlänglich bekannten und immer wieder kommunizierten) Klimaszenarien in diesen Regionen mit einer fortschreitenden Erwärmung zu erwarten ist.
Was besagen die Szenarien? Sie besagen: Weniger Niederschlag insgesamt, dafür eine deutliche Zunahme und gleichzeitig Intensivierung der Extremniederschlagsereignisse. Check. Gilt übrigens 1:1 auch für den Alpenraum.
Das kann man nun drehen und wenden wie man will. Aber streng wissenschaftlich gesehen hat Fabienne mit ihrer Argumentation völlig recht. Über Wortwahl und Dramatik kann man unterschiedlicher Ansicht sein. Aber sie hat recht!
Re: (Alb-)Träume 2026
Verfasst: Do 12. Feb 2026, 22:24
von JonasF
Bei all der Diskussion ums Klima:
Wir reden hier von einem Ereignis (gut, mit Dauer von 1Monat). Dabei von einem Beleg für eine Klimaveränderung zu argumentieren ist nicht seriös.
Scrollt mal in der Meteoschweiz App durch die monatlichen Niederschläge der Stationen Bern oder Locarno.
Im Gegensatz zur Temperatur (die eine klare Erwärungstendez zeigt) ist die Entwicklung des Niederschlags für mich nicht eindeutig in eine Richtung und auch Extreme sind verteilt über den gesamten Messbereich seit 1890.
Re: (Alb-)Träume 2026
Verfasst: Fr 13. Feb 2026, 04:05
von Linth
Ach Tinu, als Tagi Abonnement mag ich deine Beiträge. Und natürlich immer wieder auch hier. Du wohnst ja nur ein wenig weiter "draussen" und ich ein wenig näher an den Bergen
Nochmals: Ich habe in den letzten Jahren enorm viel gelernt von Federwolke wie auch teilweise von dir (aber von dir nur halb soviel, hehe

)
Nichts desto trotz bleibe ich dabei: Gerade die Region rund um Grazalema ist die letzten Jahrzehnte "berühmt" geworden durch die exzessive Übernutzung der Böden zwecks Landwirtschaft. Jedes Jahr musste man lesen, dass die Stauseen leer seien, dass das Grundwasser aufgebracht sei usw.
Genau deswegen ist dieser Regen dort, verteilt über mehrere Wochen, so wertvoll. Das Wasser kann einsickern in die Böden, in das Grundwasser. Das ist ein Segen. Natürlich gibt es lokal Überschwemmungen, aber hei, die Leute dort 99.9% finden den Regen als Segen.
Wo gutes kommt, haben einige immer den Nachteil. Es ist eine Abwägung von allem. 99% in Südspanien werden mir da nicht widersprechen.
Ich habe da immer die berühmten 3 Fragen an die Leute.
1. Welches ist der trockenste Kontinent?
2. Als Julias Cäsar Kaiser von Rom war, wie lange standen die Pyramiden schon dort?
3. Wie war die Population der Eisbären um das Jahr 1915?
Antwort 1 ist Antarktis. Einige Trockentäler um Landesinneren (höchster Berg höher als unser Matterhorn, aber tiefer als die Dufourspitze), haben wohl noch nie auch nur eine einzige Flocke erhalten. Da ist da Atacama Wüste geradezu eine Oase. Jeder wird dir sagen: Sicher Australien oder so.
Antwort 2 ist, dass die Pyramiden schon länger da standen als Julius und Kleopatra einander lieb hatten, damals nämlich schon mindestens 2500 Jahre und seither sind bekanntlich erst weitere 2000 Jahren vergangen.
Antwort 3 ist: 1915 war die Eisbären Population 10% des heutigen Zustandes. Heute leben also, vor allem dank Schutzprogramme, 10 x mehr Eisbären als 1915.
Re: (Alb-)Träume 2026
Verfasst: Fr 13. Feb 2026, 07:51
von Federwolke
So langsam fällt die Maske - hatte ich offenbar doch das richtige Näsli nach 20 Jahren Moderatorendasein...
Eigentlich hatte ich bereits meine Abschiedsrede vorbereitet. Darf ich vorher noch nach dem Leistungsausweis des "super Hydrologen" fragen, oder werde ich dafür gleich noch mal in den Senkel gestellt?
Re: (Alb-)Träume 2026
Verfasst: Fr 13. Feb 2026, 09:49
von widovnir
An dieser Stelle möchte ich einfach mal danke sagen für die lebhaften Diskussionen und Beiträge, welche ich allesamt sehr zu schätzen weiss, seien es Federwolke's Analysen oder Tinu's Tagi Artikel, die er uns oft gratis zur Verfügung stellt. Das sind nur zwei der unzähligen Beispiele.
Gleichzeitig wünsche ich mir, dass die Diskussionen ohne persönliche Angriffe ablaufen. Ein Forum lebt von der Diskussion, und unser Sturmforum ist in dieser Hinsicht, denke ich, ganz weit oben, was die Konzentration an geballtem Wissen anbelangt (da kann ich z.B. hier nicht viel beitragen, ganz einfach weil mein Fachbereich woanders liegt).
Aber, und das ist fast mein wichtigster Punkt: man kann immer und aus jedem Beitrag etwas lernen, auch wenn es nur darum geht, die Einstellung des Gegenübers besser zu verstehen.
Re: (Alb-)Träume 2026
Verfasst: Fr 13. Feb 2026, 17:14
von Rontaler
Off Topic
Nun kommt schon.. Es muss und soll alles Platz haben, nebeneinander. Manchmal denke ich muss man auf beiden Seiten wissen wann genug gekitzelt ist und dann die Kirche auch im Dorf lassen. Man muss sich weder mögen, noch lieben, aber doch respektieren. In einer Zeit, wo Angriff und persönliche Diffamierungen vom ranghöchsten Politiker der Welt salonfähig gemacht worden sind, sollten wir hier davon Abstand nehmen.
Man kann, wie die Vorredner richtig angemerkt haben, von allen was mitnehmen. Keiner soll sich zurückziehen müssen. Davon lebt dieses Forum doch. Wofür und worüber sollen wir denn hier posten und diskutieren, wenn nicht über Vor- und Nachteile globaler und v. a. europäischer Wetterphänomene? Über die Kompostqualität aus Hausabfällen? Schweinemast? Nein, Wetter und alles was dazugehört. Und dazu gehört leider auch Leid. Keine Katastrophe bringt nicht irgendwo auch "Vorteile". Wegen dieser Erzählung gleich auf Klimawandelleugnung zu schliessen ist möglich aber ein recht weiter Sprung, den man nicht gleich öffentlich verdächtigen sollte, fragen hingegen sollte kein Problem sein. Genau das ist was heutzutage so oft und überall gemacht wird: Wählst du links oder grün bist du Kommunist, grün ideologisch verblendet, fährst sowieso nur Velo und trägst Wollpullis, duschen nur 1x wöchentlich und kiffen sowieso, wählst du rechts bist du selbstverständlich ein Nazi oder ein Bauer und wohnst im Kanton Schwyz. Bist du für Trump bist du MAGA, bist du gegen Trump bist du Landeszerstörer.. Die Welt kennt leider nicht nur in Sache Wetter nur noch die Extreme.
Auf noch viele Beiträge von allen, das hoffe ich doch. Selbstgespräche sind doch so einschläfernd.