Federwolke hat geschrieben: Di 23. Jun 2026, 17:00
Wer spätestens jetzt nicht aufwacht, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Aber die Kommentarspalten sind voll von "ist halt Sommer", "hat es schon immer gegeben" usw...
Ich sehe hier den medialen Extremismus (aktuell Begriffe wie "Gluthitze" und "Hitzehammer") infolge der häufig zu wenig vorsichtig/ausgewogen formulierten Berichten vieler Wetterbüros als Ursache dieses Phänomens der passiven Resistenz, den (menschengemachten) Klimawandel eindeutig als Ursache dieser Wetterextreme zu akzeptieren. Ein Beispiel zur Veranschaulichung:
Hochstufen der Hitzewarnung & MeteoSchweiz-Blog von heute:
https://www.meteoschweiz.admin.ch/ueber ... hweiz.html
Mit keinem Wort werden allfällige Unsicherheiten (Abschattung durch Gewitterschirme, Saharastaub und andere Aerosole) punkto der zu erwarteten Temperaturmaxima erwähnt. Folglich geht Otto Normalbürger davon aus, dass es täglich tatsächlich überall in den bewarnten Gebieten mind. 34-37 Grad heiss wird. Wie wir aber z. B. heute exemplarisch gesehen haben, reichen ein bis zwei über Stunden blubbernde Gewitterherde über dem Schwarzwald (oder analog den Alpen) aus, um die Tagesmaxima teilweise bereits um 14 Uhr effektiv zu kappen. In so einem Fall gäbe es statt 34-37 Grad eben "nur noch" 30-33 Grad. Zusätzlich zu den tieferen Maxima käme der Eindruck stark bewölkter Nachmittage dazu, sodass sich Otto Normalbürger sagt "mal wieder typisch, hysterisch geschrien und übertrieben, also wie immer nicht ernst zu nehmen". Dann wird heutzutage meist noch eine (absurde) politische Agenda hineininterpretiert und so weiter.
Auch SRF Meteo schreibt heute als Headline: "Noch keine Abkühlung in Sicht. Im Verlauf der Woche steigen die Temperaturen auf 34 bis 39 Grad."
Das Szenario, dass die kolportierten noch höheren Tagesmaxima gar nicht (verbreitet) erreicht werden könnten, ist aus meiner Sicht durchaus realistisch. Man muss mir nicht erzählen, es gäbe nun von Donnerstag bis Samstag (oder Sonntag) plötzlich keine verbreitete Gewitteraktivität mehr in den Alpen. Wenn nun in den kommenden Tagen das Köcheln in den typischen Gebieten wie z. B. von den Waadtländer Alpen über das Berner Oberland bis zum Hohgant bereits am Mittag und frühen Nachmittag einsetzt und diese Cirrenschirme weite Teile der Deutschschweiz stundenlang abschatten, ist die rekordverdächtige Hitze plötzlich vom Tisch, ganz egal wie warm die Luft in der Höhe sein mag.
Ich will die Hitze nicht relativieren. Es kann gut sein, dass ich einige gewichtige Parameter nicht auf dem Radar habe und die Hitze kann sich tatsächlich noch steigern. Die Diskussion bezüglich transparenter Berichterstattung, gerade auf offiziellen Kanälen, scheint mir aber noch deutlich zu wenig geführt. Da könnte man der breiten Bevölkerung und den (Boulevard)Medien viel Wind aus den Segeln nehmen, würde man Unsicherheiten besser erläutern und mehr betonen.