Ja, das war ein nettes Hochsommer-Abschluss-Gewitter, wie es bisher um Mitte August üblich war. Zog für mich leider ein wenig zu weit nördlich durch. Das Geflacker war eindrücklich, aber zu weit weg. Ausser geschätzten 70er-Böen passierte hier vor Ort genau gar nichts, Zollikofen mit 0.9 mm gerade am Rand.
Was für eine Nacht in Lugano. Lange Zeit blieb es ruhig, und ich schaute etwas neidvoll, was im Norden so lief. Aber gegen 22 Uhr ging es im Osten los wie eine Rakete. Es entwickelten sich äusserst blitzintensive Zentren. Nach Mitternacht zündete es dann im Nordwesten, etwa so Richtung Monte Tamaro. Dort blieb der Komplex längere Zeit liegen, gemäss der Regensummenkarte (siehe unten) kamen teils über 100 mm zusammen. Dazwischen, in und um Lugano, blieb es praktisch trocken, in Lugano bei 0.1 mm Regenwasser.
Das Resultat war eine 6-stündige Stroboskopshow am Himmel, teils im Sekundentakt. Die Blitze züngelten nur selten durch eine kleine Wolkenlücke. Erst gegen 4 Uhr, im Bereich eines letzten Gewitterzentrums, trauten sie sich aus den Wolken hervor.
An Nachmittag dampfte der Monte Brè vor sich hin, ohne dass daraus etwas zählbares entstand.
Dieser Sturmschaden ist ein klassischer Fall von verstärkten Wind- und Böenspitzen durch Düsenwirkung an einer Engstelle im Gelände.
Dies lässt sich Anhand der Geländekarte gut illustrieren:
Rein von den Aussagen von Dachdecker Grütter über das Schadensbild (Schneise der Schäden) in der Gemeinde Beinwil am See könnte ich mir einen kurzzeitigen Tornado vorstellen.
Aber… nicht eindeutig. Rotation war sicher drin. Aber das muss nicht heissen dass es n Tornado war. Dazu bräuchte es wohl Beweise mit Photos oder Schadensmustern. Sonst ist ein gerichteter/kanalisierter Böenevent genau so möglich. Keikos Analyse scheint mir plausibler.
Ich habe mich in Erlinsbach etwas erhöht am Waldrand positioniert. Das ständige Geflacker war schon aus der Distanz beeindruckend. Auffällig war auch der zeitweise deutlich spürbare Inflow. Kurz vor Eintreffen des eigentlichen Gewitters erwischte mich ein Platzregen mit ein paar zünftigen Böen und ich machte mich zackig auf den Rückweg (war mit dem Velo unterwegs). Nach ca. einer Minute stoppte der Regen und es wurde nochmal trocken bis zum Eintreffen des Gewitters. Von diesem liess ich mich dann gut geschützt im Haus überrollen. Im Nachhinein bin ich auch froh darüber, dass es hier, insbesondere was den Wind betrifft, nicht so heftig war, wie ein paar Kilometer weiter südlich.
Der letztere Blitz dürfte in den Sendeturm Froburg (oder unmittelbar daneben) reingeknallt sein.