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Re: (Alb-)Träume 2026

Verfasst: Mo 8. Jun 2026, 19:10
von Federwolke
Ja, 1977-80 war ein ganz übles Quartett. Ich wundere mich heute, wie wir das überleben konnten ;)
Wir waren ja trotzdem immer im Bielersee baden, sogar auf dem Maibummel :brrrr:

So ganz heimlich wünsche ich mir ja doch noch mal einen solchen Frühling und Sommer. Nur um zu sehen, wie Leute (v.a. Landwirte und die Tourismusbranche) und Medien heute auf sowas reagieren würden. "Neue Eiszeit!" und so. Wird allerdings wegen des schwächelnden Golfstroms bzw. AMOC kaum möglich. Kontinentaleres Klima wäre trockener, mit heisseren Sommern und deutlich kälteren Wintern.

Re: (Alb-)Träume 2026

Verfasst: Mo 8. Jun 2026, 22:06
von helios
Ich habe mich etwas durch 1980 geklickt :frost:

Bern/Zollikofen mit einem Tmin von 4.1°C Mitte Juli ...
5 Stationen hatten zusätzlich die Temperatur 5 cm über Gras gemessen (Genf, Magadino/Cadenazzo, Payerne, Sion und
Zürich / Kloten) und alle hatten an manchen Tagen im Sommer 1980 Bodenfrost, oder waren nahe dran.

Die Höchsttemperaturen waren gar nicht so übel aber das ist wohl Ansichtssache.
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Re: (Alb-)Träume 2026

Verfasst: Mo 8. Jun 2026, 23:59
von Federwolke
helios hat geschrieben: Mo 8. Jun 2026, 22:06 Die Höchsttemperaturen waren gar nicht so übel aber das ist wohl Ansichtssache.
Da komme ich zu folgender Ansicht:
- kein einziger Sommertag vom 15. Juni bis 22. Juli
- 30 Tage mit TMax unter 20 Grad im selben Zeitraum
- davon 8 Tage mit TMax unter 15 Grad
- davon 3 Tage mit TMax von 12.1, 12.3 und 12.6 Grad zwischen dem 27. Juni und 2. Juli (der Siebenschläfer alter Schule lässt grüssen...)

Ab dem 23. Juli wurde es dann endlich mal für zwei Wochen Sommer mit sogar knapp einem Hitzetag (30.3 °C) am 2. August. Es sollte der einzige des ganzen Jahres bleiben. 0-2 Hitzetage pro Jahr in Bern waren damals völlig normal, kann man sich heute kaum noch vorstellen.

Re: (Alb-)Träume 2026

Verfasst: Di 16. Jun 2026, 09:42
von Federwolke
Erwähnt sein muss aber auch wieder mal die unterirdische Qualität der Modelle. Nicht nur, dass die Mittelfrist die erste Junihälfte immer wieder viel zu warm und zu hochdrucklastig berechnet und der Beginn der Hitzewelle immer weiter nach hinten verschoben hatte. Nein, jetzt hat sich dieser Murks auch bis in die Kürzestfrist gefressen. Gestern Abend und selbst heute früh (ICON CH1 03z) wurden die Streifschüsse der Warmfront gerade noch knapp für die Bodenseeregion gerechnet, nun zieht ein Regenpaket mitten über den Jura. Und für den vormals äusserst sonnig gerechneten Mittwoch bei gerade noch erträglichen Temperaturen geht der Warmfront-Wolken-Murks jetzt offenbar weiter.

Dafür am Donnerstag bereits Gewitter über den Hochalpen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:

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Als ich im Hitzesommer 2003 die Maturaarbeit zu Schwergewittern in der Schweiz schrieb, war es noch völlig klar, dass Hochalpen-Gewitter erst ab Mitte Juli losgehen, wenn dort die Schneeschmelze weit fortgeschritten ist und Schmelzwasser auf den nackten Felsen verdunstet. 2026 muss die Gewitterklimatologie völlig neu geschrieben werden.

Re: (Alb-)Träume 2026

Verfasst: Di 16. Jun 2026, 10:36
von Markus Pfister
Laut Modellen baut sich in den nächsten zwei Wochen unter Hochdruck-Einfluss eine unangenehme Hitze und Schwüle auf, vor allem im Süden. CAPE praktisch täglich jenseits von 1000 J/kg. Wenn es heute oder am Freitag noch gewittrig anfeuchten kann, bin ich gespannt, wie das hohe Geopotential gegen so viel Energie ankommen wird. Alpen-Gewitter scheinen daher wahrscheinlich, siehe Fabiennes Post. Aber das Flachland? Weil der kühle Atlantik-Einfluss weitgehend ausbleibt, habe ich ziemlichen Respekt vor dieser Hitzewelle. Ein weiterer Grund ist auch der maximale Sonnenstand. Signale, wonach sich das Hoch zeitweise Richtung Britische Inseln verlagert und auf der Nordseite etwas Bise bringt, sind seit einigen Läufen unklar geworden. Nordhälfte Deutschland ja, aber die Schweiz sieht auf den Theta-E Karten aus wie Sizilien, einfach ohne Meerwind ;-)

Re: (Alb-)Träume 2026

Verfasst: Di 16. Jun 2026, 10:38
von Tinu (Männedorf)
@Fabienne

Ich staune auch angesichts dieses nun doch sehr offensichtlichen Modellversagens in der ultra-Kurzfrist. Das war nirgendwo auch nur annähernd auf dem Schirm (zumindest habe ich es nicht gesehen).

Next Round dann am Freitag: Höhentrögli - und dann noch so eine Delle - spricht eigentlich für heftige Gewitter mit hoher Eigendynamik (inklusive Clustering ins Flachland). Man darf gespannt sein!

Re: (Alb-)Träume 2026

Verfasst: Di 16. Jun 2026, 17:51
von Federwolke
Was für ein Dreck:

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Wenn es wenigstens ordentlich einschenken, der Natur etwas bringen und mir Arbeit bescheren würde, dann wär's immerhin zu etwas nütze. Dieses Gepiesel jedoch zerschiesst mir einfach nur die ganze Wochenplanung, in die ich in den letzten Tagen ordentlich Zeit investiert habe. Was für ein Modellfail! :fluchen: Würde mich nicht wundern, wenn es morgen in diesem Stil weitergeht.

Re: (Alb-)Träume 2026

Verfasst: Mi 17. Jun 2026, 01:01
von flowi
Nun ja, vielleicht lindert ein Treffer in der Gewitterlotterie die Dürre, die sich bei uns aktuell anbahnt. Freitag gehts los damit. Ich hoffe, wir haben Glück. Bleibt spannend.

Re: (Alb-)Träume 2026

Verfasst: Mi 17. Jun 2026, 01:36
von Rontaler
flowi hat geschrieben: Mi 17. Jun 2026, 01:01 Nun ja, vielleicht lindert ein Treffer in der Gewitterlotterie die Dürre, die sich bei uns aktuell anbahnt. Freitag gehts los damit. Ich hoffe, wir haben Glück. Bleibt spannend.
Es ist wirklich unwahrscheinlich trocken dieses Jahr. Im Kanton Luzern, wie auch sonst vielerorts im Mittelland, hat es bis dato erst 250-300 mm Niederschlag gegeben. Überall staubt es, eine Böe und es weht einem Staub in die Augen:

https://kachelmannwetter.com/ch/regensu ... 0550z.html

Wenn die zweite Hälfte 2026 nicht noch massiv einschenkt, könnten wir hier erstmals seit langer Zeit bei < 750 mm Jahresniederschlag landen.

Re: (Alb-)Träume 2026

Verfasst: Mi 17. Jun 2026, 06:46
von Federwolke
Ich bin zuversichtlich, dass zumindest ein Grossteil des Niederschlagsdefizits bis Ende Jahr aufgeholt wird. In den letzten Jahren hat es mir zuverlässig die Herbst"ferien" verschifft. Hat ja auch eine gewisse Logik im neuen Klima (trockenere Frühlinge, nassere Herbste). In den Statistiken ist das allerdings nicht so eindeutig, da einzelne Extremereignisse sogar 30-Jahres-Mittel stark verzerren. Entsprechend ist die Bilanz auch an jeder der 5 Stationen, die ich bisher ausgewertet habe, etwas anders bei den einzelnen Monaten.