Am kommenden Freitag könnte sich auf der Alpennordseite eine Gewitterlage einstellen, die angesichts der derzeitigen Prognosen (Hitze, Hitze, Hitze) den durchschnittlichen Wetterapp-User durchaus auf dem falschen Fuss erwischen könnte.
Beim flüchtigen Blick auf die gängigen Wetterkarten (also das 500hpa-Druckfeld) zeigt sich nichts dramatisches. Zu sehen ist der sich aufwölbende Mittelmeerkeil, der uns in der Folge eine mehrtägige Hitzewelle in West- und Mitteleuropa bescheren wird:

Richtet man das Augenmerk aber eine Etage höher (300hpa) dann sticht eine zyklonale Delle (inklusive kälterer Höhenluft) ins Auge, die von Freitag auf Samstag an uns vorbeischrammt:

An Feuchtigkeit und Energie fehlt es nicht in der Atmosphäre. Im Gegenteil: Die Mucape-Werte auf der Alpennordseite sind für die Jahreszeit brutalös:

Die Modelle reagieren entsprechend und basteln ein paar ziemlich deftige Batzen auch im Mitteland. Dabei müsste wohl durchaus mit heftigen Begleiterscheinungen (Sturmböen, Starkregen, Hagel) gerechnet werden:

Die entscheidende Frage scheint mir zu sein, ob es tatsächlich tagesbedingt derart verbreitet auslösen kann. Das erinnert etwas an ähnliche Lagen in der Vergangenheit, so nach dem Motto: Ganz oder gar nicht. Die Frage, ob es auch im Mittelland auslösen wird, scheint eng daran gekoppelt zu sein, ob und wie verbreitet es zu Überentwicklungen kommt, die dann wiederum neue Zellen triggern können etc. Dann wäre viel Eigendynamik der Zellen im Spiel.
Vielleicht überschätze ich die Wirkung dieser zyklonalen Delle, aber mir scheint das ein durchaus brauchbares Setup zu sein.









