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Hagelflieger Schweiz

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Bernhard Oker
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Re: Hagelflieger Schweiz

Beitrag von Bernhard Oker »

«Hagelklima Schweiz - Die neue Hagelgefährdungskarte»
Am 7. Mai 2021 stellen die Projektpartner, unter Leitung von MeteoSchweiz, die neuen Hagelgefährdungskarten vor. Diese basieren auf Klimaanalysen zu Häufigkeit und Intensität von Hagelereignissen.
https://hagelklima-event.ch/willkommen/

Quelle: https://twitter.com/sia_schweiz/status/ ... 2565159937

Update:
https://twitter.com/meteoschweiz/status ... 7238600705
https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/ ... rdung.html
https://www.meteoschweiz.admin.ch/conte ... eiz_DE.pdf
Zuletzt geändert von Bernhard Oker am Fr 7. Mai 2021, 12:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Federwolke
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Re: Hagelflieger Schweiz

Beitrag von Federwolke »

Betrifft zwar nicht die Schweiz, sondern unser nördliches Nachbarland, aber betreut werden die dortigen und hiesigen Hagelflieger ja durch dieselben Leute. SWR-Artikel "Hagelflieger in BW: Schutz vor Unwetterschäden oder wirkungslos?"
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wue ... l-100.html


einrad
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Re: Hagelflieger Schweiz

Beitrag von einrad »

Bei uns schossen früherdie Bauern Hagelraketen in die Wolken. In den 80ern war das zumindestens so. Da war auch Silberiodid enthalten. Die Wirkung konnte aber nie nachgewiesen werden. Im Jura waren das Riesendinger mit Abschussrampen. Mittlerweile setzen die Bauern (hier am Bodensee zumindest) auf Hagelnetze bei den Obstplantagen. Hagelraketen werden nicht mehr geschossen

Matthias_BL
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Re: Chat-Fenster: Wetter und Off-Topic

Beitrag von Matthias_BL »

Versuch gescheitert: Hagelflieger ist gegroundet
https://www.srf.ch/news/schweiz/versich ... gegroundet

Grüsse
Matthias

Federwolke
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Re: Chat-Fenster: Wetter und Off-Topic

Beitrag von Federwolke »

Oh, hat's doch noch jemand gemerkt ;) "Unser" Hagelflieger hat schon die ganze Saison in Süddeutschland ausgeholfen (in Stuttgart hat einer bei der Landung gecrasht, da kam der Ersatz aus der Schweiz gerade recht).

Der Grund liegt meiner Meinung nach nicht in der mangelnden Nachweisbarkeit der Wirkung, sondern dass man schlicht und einfach in den meisten Fällen zu spät an der Gewitterwolke dran ist. Wenn ich am Radar die ersten Signale sehe und davon ausgehe, dass diese Wolke das Potenzial für einen dickeren Brummer hat, dann informiere ich den Piloten, der in seiner Basis erst seinen Kaffee austrinken und noch mal pinkeln gehen muss, wenn's blöd läuft ist grad die Startbahn besetzt oder der Luftraum noch nicht frei und erst mal in der Luft, fliegt er mindestens eine halbe Stunde bis zur fraglichen Stelle. Ihn vorsorglich schon mal in einem potenziellen Quellgebiet kreisen lassen ist weder wirtschaftlich noch ökologisch und wenn's blöd läuft, geht ihm zum entscheidenden Zeitpunkt der Sprit aus. Solche Dinge aus der Praxis kann der befragte Gebührenmeteorologe zum für ihn fremden Thema natürlich nicht wissen, also spekuliert er einfach mal ins Blaue hinaus. Und der "Leiter Kundenleistung" der Versicherung hat entweder die begleitende Studie nicht gelesen oder durfte die entscheidenden Kritikpunkte nicht verraten, denn man hätte diese Probleme ja eigentlich vor dem Versuch erkennen können...

flowi
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Re: Chat-Fenster: Wetter und Off-Topic

Beitrag von flowi »

Federwolke hat geschrieben: Fr 4. Okt 2024, 10:21 Oh, hat's doch noch jemand gemerkt ;) "Unser" Hagelflieger hat schon die ganze Saison in Süddeutschland ausgeholfen (in Stuttgart hat einer bei der Landung gecrasht, da kam der Ersatz aus der Schweiz gerade recht).

Der Grund liegt meiner Meinung nach nicht in der mangelnden Nachweisbarkeit der Wirkung, sondern dass man schlicht und einfach in den meisten Fällen zu spät an der Gewitterwolke dran ist. Wenn ich am Radar die ersten Signale sehe und davon ausgehe, dass diese Wolke das Potenzial für einen dickeren Brummer hat, dann informiere ich den Piloten, der in seiner Basis erst seinen Kaffee austrinken und noch mal pinkeln gehen muss, wenn's blöd läuft ist grad die Startbahn besetzt oder der Luftraum noch nicht frei und erst mal in der Luft, fliegt er mindestens eine halbe Stunde bis zur fraglichen Stelle. Ihn vorsorglich schon mal in einem potenziellen Quellgebiet kreisen lassen ist weder wirtschaftlich noch ökologisch und wenn's blöd läuft, geht ihm zum entscheidenden Zeitpunkt der Sprit aus. Solche Dinge aus der Praxis kann der befragte Gebührenmeteorologe zum für ihn fremden Thema natürlich nicht wissen, also spekuliert er einfach mal ins Blaue hinaus. Und der "Leiter Kundenleistung" der Versicherung hat entweder die begleitende Studie nicht gelesen oder durfte die entscheidenden Kritikpunkte nicht verraten, denn man hätte diese Probleme ja eigentlich vor dem Versuch erkennen können...
Passend dazu:
https://www.badische-zeitung.de/million ... 0-juni-ver

"Am 30. Juni hat ein Hagel-Unwetter bei Winzern am Kaiserstuhl verheerende Schäden angerichtet, der Versicherungsverein Vereinigte Hagel beziffert die Schäden auf 1,5 bis zwei Millionen Euro. Der Eichstetter Winzer Arndt Köbelin ist bei dem Unwetter glimpflich davon gekommen, der Hagel hat seine Reben nur gestreift. Als Vorstandsmitglied des Vereins Hagelabwehr Südbaden hatte er am Tag nach dem Unwetter im Gespräch mit der BZ aber angekündigt, dass er Klärungsbedarf sehe: Warum hat die Hagelabwehr versagt?

Alle 78 Mitgliedsbetriebe der Hagelabwehr Südbaden stammen vom Kaiserstuhl und dem Tuniberg. Gegründet wurde der Verein 2018 auf Initiative des Badischen Weinbauverbandes, Vorbild war der Hagelabwehrverein in der Ortenau. Beide Vereine haben die gleiche Firma mit der Hagelbekämpfung beauftragt: die FK Aviation mit Sitz im schwäbischen Gärtringen. Sie unterhält eine Flotte mit speziell für die Hagelabwehr ausgerüsteten Flugzeugen.

Erklärtes Ziel der Hagelflieger ist es, die Wolken gegen Gewitter zu "impfen". Dafür bringen die Flugzeuge ein Siberiodid-Gemisch in die Wolken ein, was das Entstehen schwerer Hagelkörner in Gewitterwolken verhindern soll. Die Theorie: Das Siberiodid-Gemisch sorgt dafür, dass sich mehr Hagelkörner bilden, die dafür deutlich kleiner sind und bereits im Flug auftauen, sodass sie als eine Art Schneematsch auf die Erde treffen. Ob das in der Praxis funktioniert, ist mindestens umstritten.

Zu den lautesten Kritikern der Wolken-Impfung gehört der Wetter-Journalist Jörg Kachelmann: "Hagelfliegen ist Betrug", sagte dieser im BZ-Interview im Mai 2025. Und Andreas Christen, Professor für Umweltmeteorologie an der Uni Freiburg, schreibt auf Anfrage: "Hagelabwehr mit Siberiodid funktioniert nicht." Dass dadurch Hagelschäden abgeschwächt werden können, sei nicht nachweisbar.

Frank Kasparek, Inhaber und Geschäftsführer Firma FK Aviation, sieht das naturgemäß anders. Seine Auftraggeber – neben Hagelabwehrvereinen auch die WGV-Versicherung und der Rems-Murr-Kreis – buchen bei ihm ein Komplettpaket für die Hagelsaison von Mai bis September, erklärt er der BZ. In dieser Zeit sind seine Hagelflieger permanent auf Abruf. Das Paket ist ab 150.000 Euro im Jahr zu haben und beinhaltet zweimal täglich Berichte eines meteorologischen Diensts namens Südwest-Wetter. Ein Mitarbeiter dieses Dienstes entscheidet, ob und wann der Hagelflieger abhebt, und dirigiert die Hagelpiloten in die Aufwindzone vor dem Gewitter, erklärt Kasparek. Dort wird das Gemisch ausgebracht.

Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) liegen "derzeit keine Erkenntnisse oder Daten vor, die eine wissenschaftlich fundierte und belastbare Bewertung der Wirksamkeit dieser Methode ermöglichen," schreibt dieser auf Anfrage. "Analysen von Radar-, Schadens- und Versicherungsdaten zeigen in den Gebieten, in denen die Hagelflieger unterwegs sind, keinen signifikanten Effekt", heißt es in einem Bericht des DWD-Meteorologen Nico Bauer zur Hagelabwehr durch Wolkenimpfung vom August 2025. Und Katharina Schröer, Professorin für Klimageographie an der Uni Freiburg, schreibt auf Anfrage: "Trotz zahlreicher zielgerichteter und ergebnisoffener wissenschaftlicher Versuche und Experimente im Feld und im Modell konnte eine Wirksamkeit der Einbringung von Siberiodid zur Hagelunterdrückung nicht seriös belegt werden."

Frank Kasparek, Inhaber und Geschäftsführer der FK Aviation, sieht das natürlich anders. Die Hagelabwehr sei "keine Vollkaskoversicherung", meint er: "Man kann nicht immer sagen, dass es immer funktioniert, weil Sie müssen letztendlich schon zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein." Grundsätzlich aber funktioniere die Methode, ist er überzeugt: "Wenn wir impfen, beobachten wir regelmäßig eine Abschwächung der Gewitter." Dass es keinen Beleg für die Wirksamkeit der Methode gebe, bedeute nicht, dass sie unwirksam sei, argumentiert Kasparek. Die Freiburger Professorin Katharina Schröer widerspricht: Es gebe "belastbare Ergebnisse, die eine Unwirksamkeit stützen". Mehr noch: "Wenn eine Wirkung gefunden wurde, ging sie gar in die gegenteilige Richtung. Der Versuch der Hagelunterdrückung mit Silveriodid ist also nicht nur teuer, im schlimmsten Falle könnte es die Gefährdung wohl sogar verstärken."

Die Zweifel an Wolkenimpfung sind an den Winzern, die sie bezahlen, nicht vorbeigegangen. Warum halten sie daran fest? Jonas Landerer, Winzer in Vogtsburg-Oberrotweil und Vorsitzender der Hagelabwehr Südbaden, will schon mehrfach beobachtet haben, dass angekündigter Hagel nach Hagelabwehr-Einsätzen deutlich schwächer ausfiel als angekündigt, der Eichstetter Winzer Arndt Köbelin ebenso. Der Deutsche Wetterdienst weist darauf hin, dass Hagel zu den schadenträchtigsten Naturgefahren zählt – es sei nachvollziehbar, dass die Winzer Hoffnung in die Siberiodid-Methode setzen, obwohl ihre Wirksamkeit unbelegt sei. Die Mitgliedschaft im Hagelverein Südbaden kostet 30 Euro pro Hektar Rebfläche. Arndt Köbelin bewirtschaftet 25 Hektar, zahlt also 750 Euro im Jahr. Deutlich günstiger als eine Hagelversicherung sei das, sagt er. Und die bezahle ja nur den Ausfall, die Ernte sei trotzdem futsch. Seine Logik: In die Hagelabwehr zu investieren sei besser, als nichts zu tun.

Warum aber hat die Hagelabwehr am 30. Juni versagt? Zumindest hier ist die Antwort recht einfach: Der Hagelflieger war am Boden geblieben. Südwest-Wetter hält dazu fest, dass das Hagelgewitter gegen 21 Uhr über den Kaiserstuhl gezogen sei – zu spät für den Hagelflieger. Frank Kasparek begründet dies mit den Sichtverhältnissen und den Öffnungszeiten des Freiburger Flughafens, vor allem aber der Zulassung des Hagelfliegers. Der müsse bei Sonnenuntergang am Boden sein. Und das hätte am 30. Juni einfach nicht gereicht."

flowi
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Re: Hagelflieger Schweiz

Beitrag von flowi »

Noch ein paar links zur Hagelfliegerei in Baden-Württemberg:
https://www.suedwest-wetter.de/index.html
http://www.radar-info.de/index.html
https://www.rems-murr-kreis.de/bauen-um ... hr?type=98
Einsatzprotokolle...

Auch interessant:
Anfrage Deutsche Bundestag zu Cloud Seeding resp. Hagelfliegerei
https://www.bundestag.de/resource/blob/ ... 24-pdf.pdf
Zuletzt geändert von flowi am So 2. Aug 2026, 09:40, insgesamt 1-mal geändert.

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