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Alpen-Neuschnee / Westwindwetter ab 11. Februar 2026

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Tinu (Männedorf)
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Alpen-Neuschnee / Westwindwetter ab 11. Februar 2026

Beitrag von Tinu (Männedorf) »

Hoi zäme

Es wurde bereits im Alb-Träume-Thread angedeutet, ich denke aber die Wetterkonstellation der nächsten ca. eineinhalb Wochen verdient einen eigenen Thread. Nach der chronischen Trockenheit im Dezember und Januar wird der Alpenraum in kommender Zeit ordentlich bewässert und beschneit. Verantwortlich dafür ist die Verlagerung der Westdrift auf eine nördlichere Zugbahn (der Mittelmeerraum wird also etwas entlastet)

Im Wallis und am westlichen Alpennordhang sind bereits ordentliche Neuschneemengen gefallen, wobei die Schneefallgrenze zunächst auf knapp 2000 Meter stieg, nun aber wieder im Sinken begriffen ist. Für das Wallis gilt bereits verbreitet Lawinenwarnstufe 4 ("gross") wobei es mich nicht wundern würde, wenn da sogar noch Luft nach oben wäre in den nächsten Tagen. Wenn man die aktuellen Prognosen des SLF liest (übrigens sehr zu empfehlen), wird das indirekt bereits angedeutet: https://whiterisk.ch/de/conditions/bulletin

Bis und mit Donnerstag liegt der Niederschlagsschwerpunkt vor allem im Westen, was eigentlich recht typisch ist für diese stramme Westströmung. Ab Freitag drehen die Höhenwinde dann eherauf nordwestliche und nördliche Richtung, wodurch die Feuchtigkeit auch stärker in die östlichen Alpen (Graubünden) einfliessen kann. Am Wochenende strömt dann vorübergehend sogar ziemlich kalte Höhenluft heran, wodurch es auch in den tieferen Lagen des Flachlandes (Fokus Nordostschweiz) für Schnee reichen sollte.

Die Wetterlage verliert auch in den Folgetagen kaum an Dynamik. Ab Montag ziehen weitere Sturmtiefs heran, die berechneten Niederschlagssummen sind weiterhin beachtlich und verlagern sich mit dem Schwerpunkt tendenziell etwas in die Osthälfte des Landes. Stellvertretend dafür sei hier die akkumulierte Summe gemäss ECMWF bis und mit nächsten Mittwoch abgebildet:

Bild

Grundsätzlich ist das Ganze zuerst mal positiv zu bewerten, wird doch das Niederschlagsdefizit dieses Winters stark reduziert, ja gebietsweise sogar kompensiert. Wer diese und nächste Woche Skiferien hat (so wie ich) muss allerdings auf die Zähne beissen. Das Skifahren dürfte wegen des ständigen Neuschnees und vor allem auch wegen des kräftig wehenden Höhenwindes nur eingeschränkt möglich sein.

Zudem stellt sich die Frage, ob das Ganze dann nicht rasch einmal zu viel des Guten sein wird. Die Lawinengefahr dürfte auch im Bündnerland bald auf Stufe 4 ansteigen. Für die Tieflagen des Flachlandes ist die Konstellation insofern etwas deprimierend (aber typisch), weil es eben wegen der tendenziell zu milden Luftmasse meistens nicht für Schnee reicht. Oberhalb von ca. 1000 Meter sieht es aber nach einer markanten Überkompensation bezüglich weisser Pracht aus. Allerdings deutet sich in den Modellen für das übernächste Wochenende erneut ein vorübergehender Kaltlufteinbruch an, der die Schneefallgrenze in tiefere Lagen drücken könnte.

So oder so: Spannende Wetterlage!
Zuletzt geändert von Tinu (Männedorf) am Mi 11. Feb 2026, 10:47, insgesamt 1-mal geändert.
Tinu (Männedorf ZH, 422 m ü. M)
Gewitter und Sturm = erhöhter Pulsschlag
Föhn-fasziniert

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